Projects

Geschlechtliche Vielfalt an Schweizer Schulen (GeViSS)

Das Projekt GEVISS beschäftigt sich mit geschlechtlicher Vielfalt im Schulkontext – fokussiert auf Intergeschlechtlichkeit und Transidentität. Schulen stellen einen wichtigen Entwicklungsraum für geschlechtliche Minderheiten dar. Die Rolle der Lehrpersonen, deren Wissen und Einstellungen gegenüber geschlechtlicher Vielfalt sind wichtig für unterstützende und integrierende Massnahmen zu Gunsten dieser vulnerablen Gruppe. Geschlechtliche Vielfalt ist ein relevantes Schul- und Unterrichtsthema entsprechend den Vorgaben des Schweizer Lehrplans 21.

Bezogen auf den Schulkontext ist noch sehr wenig über das Wissen und die Einstellungen von (angehenden) Lehrpersonen, Schüler:innen und Eltern zu geschlechtlicher Vielfalt bekannt. Einstellungen zu Transidentität wurden vorwiegend an allgemeinen und studentischen Stichproben erhoben. Zur sozialen Wahrnehmung intergeschlechtlicher Menschen gibt es kaum empirische Befunde. Entsprechend gross ist diesbezüglich das Erkenntnisinteresse.

Das Projekt gründet im Wesentlichen auf Theorien zu Heteronormativität und Geschlechtervielfalt sowie dem Drei-Komponenten-Modell von Einstellungen. Die Fragestellungen und Hypothesen lassen sich drei Schwerpunkten zuordnen: 1. Annahmen zu Geschlechtsbinarität, 2. Wissen und 3. Einstellungen zu geschlechtlicher Vielfalt. Daraus leitet sich die folgende Hauptfragestellung der geplanten Studie ab: Welche Annahmen treffen (angehende) Lehrpersonen, Schüler:innen und Eltern zu Binarität, was wissen sie zu Intergeschlechtlichkeit respektive Transidentität und wie sind sie geschlechtlicher Vielfalt gegenüber eingestellt?

Das Projekt ist als empirische Studie im Querschnitt mit explanativem Charakter angelegt. Es werden quantitative Daten an vier Stichproben erhoben: Lehramtsstudierende, Lehrpersonen, Schüler:innen und Eltern. Das Erhebungsinstrument der Studie ist eine Online-Befragung mittels standardisierter, selbstadministrierter Fragebögen. Für die Entwicklung der Fragebögen wird auf bestehende Instrumente zurückgegriffen, welche für die Zwecke der GEVISS-Studie adaptiert und validiert werden. Die Datenauswertungen umfassen deskriptive Analysen, Reliabilitäts- und konfirmatorische Faktoranalysen. Für die Überprüfung der Hypothesen werden zudem verschiedene inferenzstatistische Verfahren angewendet.

Das GEVISS-Projekt leistet einen bedeutsamen Beitrag dazu, die identifizierten Forschungslücken zu schliessen. Aus den Erkenntnissen lassen sich Schlussfolgerungen für eine adäquate Verankerung der Thematik im Schulunterricht und in der Hochschullehre ableiten. Das Projekt trägt damit zum Professionalisierungsdiskurs in der Aus- und Weiterbildung bezüglich Heterogenität und Inklusion bei.

Projectlead

Publications

Links

Research project information

Languages:

German

Project start:

01.02.2022

Project end:

31.01.2026

Disciplines:

Research labels:

Diversity – gender diversity
Gender identities

Subjects:

Pedagogy, Curative education

Genres:

Study