Antigone in der Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart
Objectif
Ziel des Seminars ist eine literarisch nuancierte Auseinandersetzung mit der Stoff- und Motivgeschichte der mythologischen Figur der Antigone sowie die Erarbeitung der genrespezifischen und rezeptionsästhetischen Strategien, die den modernen Antigone-Diskurs in der Literatur, aber auch in Theater, Film und Musik prägen.
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Heute ist Antigone freilich aktueller denn je: Als zentrale Figur für Zivilcourage, Widerstand gegen Krieg, totalitäre Systeme und Gewalt hat Antigone in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts bekanntlich viel Gewicht. Am Anfang ihres modernen literarischen Schicksals steht Sophokles, der den mythologischen Stoff 442 v. Chr. in einer Tragödie bearbeitet hat: Dort widersetzt sich die Ödipus-Tochter dem König von Theben, indem sie ihren Bruder Polyneikes gegen Kreons Willen bestattet und sich seiner Bestrafung durch Selbstmord entzieht. Ausgehend von Sophokles' Tragödie (griechisch/deutsch) lesen wir im Seminar ausgewählte Antigone-Bearbeitungen der deutsch- und französischsprachigen Literatur und fragen uns, warum und was genau am Antigone-Stoff bis heute interessiert.
Unsere Aufmerksamkeit gilt dramatischen, narrativen und lyrischen Texten sowie weiteren künstlerischen Formen (Oper, Film, Graphic novel, Manifest), denen wir uns in fein beobachteten, auf das literarische Formdenken bedachten Lektüren nähern. Denn Antigone gibt es nur zu den Bedingungen ihres medialen Auftritts, der ihr Handlungsspielraum und Bedeutungsspektrum vorgibt. Uns interessiert, wie die schillernde, provozierende Figur Antigone sich zur langen Tradition des Stoffes verhält und es immer wieder schafft, einen öffentlichen Diskurs zu bereichern, in dem es damals wie heute um historisch relevante, kollektive Probleme geht.
Semesters:
Level:
MA
Themes:
Disciplines:
Institutions:
Subjects:
Literature
University Type:
Universities