Schweizer LGBTIQ+ Panel – 2025 Abschlussbericht
Schweizer LGBTIQ+ Panel – 2025 Abschlussbericht
Vorwort
In den letzten zehn Jahren haben sich die rechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die die LGBTIQ+ Community betreffen, weltweit sehr unterschiedlich gestaltet. Viele Regionen haben einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen entkriminalisiert, den Schutz für gleichgeschlechtliche Paare erweitert, eine rechtliche Anerkennung des Geschlechts auf Grundlage der Selbstbestimmung eingeführt und einige nicht einvernehmliche Operationen an intergeschlechtlichen Kindern verboten. Dennoch begann das Jahr 2025 mit bemerkenswerten Herausforderungen für die LGBTIQ+ Community. In einigen Regionen Afrikas, Teilen Asiens, den Vereinigten Staaten und Osteuropas hat sich die rechtliche Lage verschlechtert. Gleichzeitig hat eine gut finanzierte, globale Anti-Gender-Bewegung an Einfluss gewonnen und juristische Erfolge erzielt. Besonders betroffen von diesen Einschränkungen sind trans und non-binäre Personen.
In der Schweiz unterstützt weiterhin die Mehrheit der Bevölkerung LGBTIQ+ Personen, doch werden LGBTIQ+ Rechte gezielt politisch instrumentalisiert. Dies zeigt sich in Initiativen, die darauf abzielen, geschlechtergerechte Sprache einzuschränken und den Zugang zu geschlechtsbestätigender medizinischer Versorgung für trans Jugendliche zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund führte das Schweizer LGBTIQ+ Panel die sechste Umfragewelle durch, um die Lebensrealitäten von LGBTIQ+ Personen in der Schweiz zu erfassen.
In diesem Bericht präsentieren wir die zentralen Ergebnisse der Umfrage, darunter Erfahrungen mit dem Coming Out, das subjektive Sicherheitsempfinden und erlebte Diskriminierung (Teil 1 und 2) sowie die Teilnahme an LGBTIQ+ Räumen (Teil 3). Darüber hinaus berichten wir über Erfahrungen in Arbeitskontexten, Schulen, Lehrbetrieben und Universitäten sowie über die Situation von Personen, die arbeitslos sind, andere betreuen, pensioniert sind oder mit chronischen Krankheiten oder Beeinträchtigungen leben (Teil 4). Gesundheit und Gesundheitsverhalten werden in Teil 5 behandelt, während Teil 6 die Wahrnehmung der Situation von LGBTIQ+ Personen in der Schweiz und deren Hoffnungen für die Zukunft beleuchtet. Dank der Unterstützung des LGBTI Youth Fund enthält der Bericht zudem ein Kapitel mit besonderem Fokus auf LGBTIQ+ Jugendliche (< 26 Jahren).
Wo relevant (z. B. bei Diskriminierungserfahrungen), werden getrennte Statistiken für Angehörige sexueller Minderheiten (z. B. schwule, lesbische, bisexuelle, pansexuelle oder asexuelle Personen), Angehörige geschlechtlicher Minderheiten (z. B. trans Personen) sowie intergeschlechtliche Personen dargestellt. Endogeschlechtliche cis-heterosexuelle unterstützende Personen wurden ebenfalls zur Teilnahme eingeladen. Die Umfrage war in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar. Dank der Unterstützung zahlreicher LGBTIQ+ Organisationen, Magazine und Einzelpersonen, die unsere Studie über verschiedene Kanäle geteilt haben, beantworteten 6’117 Personen unseren Online-Fragebogen zwischen Januar 2025 und August 2025.
Der Datensatz ermöglicht weiterführende Analysen nach Alter, Region bzw. ländlicher/städtischer Wohngegend sowie nach Subgruppen der LGBTIQ+ Community und bietet zudem die Grundlage für Längsschnittanalysen. Darüber hinaus liegen Daten zur sexuellen Gesundheit, Substanzkonsum sowie zu Zugängen zu und Erfahrungen im Gesundheitswesen vor. Diese Analysen gehen über den Rahmen des vorliegenden Berichts hinaus, können aber in Workshops, bei Vorträgen oder in Auftragsberichten zur Verfügung gestellt werden.
Autor_innen
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Publikation Information
Autor_innen:
Sprachen:
Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch
Medientyp:
Stadt:
Zürich 2025
Jahr:
2025
Themen:
Disziplinen:
Forschungsthemen:
Sexuelle Orientierung
Geschlechtsidentitäten
Arbeit – Laufbahn – Beruf
Schulwesen – Ausbildung
Gesundheit – Medizin
Recht - Menschenrechte – Frauenrechte – Minderheitenrechte
Fächer:
Sozialpsychologie
Bereich:
Praxis, Forschung, Lehre
Form:
Studie, Bericht