Berufswünsche der Jugendlichen in der Schweiz

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Berufswünsche der Jugendlichen in der Schweiz: stereotype Rollenbilder und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Während die Schweizer Gesellschaft für die Gleichstellung von Frauen und Männern propagiert, bleiben die stereotypen Geschlechterrollen und die geschlechtsspezifische Aufteilung von Arbeit unverändert: Frauen finden sich vor allem in den am schlechtesten bezahlten Berufen wieder, insbesondere in Pflegeberufen, und in niedrigeren Positionen; Männer halten technische Berufe und Führungs- oder Kaderpositionen inne die allesamt besser bezahlt sind. Eine Analyse der im Jahr 2011 durchgeführten Befragung „Mehr Chancengleichheit bei der Berufswahl“ zeigt, dass Jungen und Mädchen prinzipiell immer noch Berufe anstreben, die mehrheitlich vom gleichen Geschlecht ausgeführt werden (d.h. typische Berufe). Die Ungleichheiten betreffend Einkommen bleiben daher bestehen. Allerdings werden Geschlechtsnormen öfter von Mädchen gebrochen, indem diese auch die Ausübung geschlechtsgemischter oder männlicher Berufe anstreben. Unsere Ergebnisse zeigen zudem, dass die Aufteilung der Berufswünsche nach Geschlecht bei Mädchen damit zusammenhängt, dass diese ihre zukünftige Position auf dem Arbeitsmarkt antizipieren und Schwierigkeiten bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit einbeziehen. Dies erklärt zweifelsohne zunächst das Scheitern der politischen Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter; und schließlich lässt es die Willensbekundungen bestimmter Milieus in kritischem Licht erscheinen, die als Antwort auf die Abstimmung über die Eidgenössische Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" vom 9. Februar 2014 gerne mehr Frauen im Arbeitsmarkt sehen würden.

Autoren

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Publikation Information

Autor_innen:

Lavinia Gianettoni, Dinah Gross, Carolina Carvalho Arruda, Jacques-Antoine Gauthier, Dominique Joye

Verlag:

FORS, Social Change in Switzerland N° 3

Sprachen:

Französisch, Deutsch

Stadt:

Lausanne

Jahr:

2015

Forschungsthemen:

Kindheit – Adoleszenz/Jugend, Arbeit – Laufbahn – Beruf, Schulwesen – Ausbildung

Fächer:

Gender Studies, Sozialpsychologie, Soziologie

Form:

Post