Standardisierte Vielfalt?

Wenn Diversität durch Standards, Audits und Zertifizierungen organisiert wird

Was soziale Bewegungen seit Jahrzehnten fordern, gehört heute zum Selbstverständnis vieler Organisationen: ein öffentliches Bekenntnis zu Geschlechtergerechtigkeit, Barrierefreiheit und Diversität. Auch wenn derzeit ein Backsliding zu beobachten ist, besteht in zahlreichen Organisationen weiterhin ein grundlegender Konsens über diese Werte.

Gleichzeitig stehen Organisationen vor der Herausforderung, solche Werte in konkrete Praxis zu übersetzen. Neben eigenen Zielen, Programmen und Prozessen greifen sie zunehmend auf organisationsexterne Standards zurück. Diese bieten Orientierung, machen Diversität operationalisierbar und werden häufig durch Auszeichnungen und Zertifizierungen wie „familienfreundliche Hochschule” oder „Total E-Quality“ belohnt.

Doch was bedeutet es, wenn Bekenntnisse zu Geschlechtergerechtigkeit, Barrierefreiheit und Diversität durch Standards geregelt, überprüft und zertifiziert werden? Welche Potenziale bieten solche Instrumente – gerade in einer Situation, in der staatliche Gleichstellungspolitiken teilweise zurückgebaut und rechtliche Grundlagen unter Druck geraten? Und welche Risiken entstehen, wenn Diversität erst durch aufwendige Audits nachgewiesen werden muss und dabei vereinheitlicht wird?

Die halbtägige Tagung „Standardisierte Vielfalt?“ greift diese und weitere Fragen in wissenschaftlichen Beiträgen und einer praxisorientierten Podiumsdiskussion auf. Sie richtet sich an Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen sowie an alle, die sich für die Rolle von Standards, Audits und Zertifizierungen im Management von Diversität interessieren.

Wann:

30. Oktober 2026, 12.00 – 16.00

Disziplinen: