Face it! Crossdisziplinäre Blicke auf Gesichtsverletzung und Gesichtsverlust

ABSTRACT

Das Symposium perspektiviert Gesichtsverletzung und Gesichtsverlust als multifaktorielle Phänomene, die tiefgreifende Effekte auf der individuellen und kollektiv-sozialen Bühne zeitigen und auf vielfältige Weise medialisiert werden. Die kultur- und medienwissenschaftlichen Explorationen touchieren diese Fragen: Wie wurden wir so schön und welche Biographie und Geschichte hat das Gesicht? Was ist das intakte und was das ‚andere‘ Gesicht (Weihser)? Wieprägen faziale Differenz und ihre kulturellen Repräsentationen interpersonelle Kommunikation und soziale Interaktion? Wie lässt sich der Blick in ein vermeintlich entstelltes, versehrtes oder entgleistes Gesicht erlernen und wie können sich Betroffene empowern (Saunders)? Wie sehen künstlerische Überformungen von fazialer ‚Andersartigkeit‘, etwa in Form von (endometriosebedingter) Akne, aus? Mit welchem symbolischen Surplus setzt heutige Digitalfotografie chronisch-entzündliche Hautveränderungen in Szene (Hisleiter)? Wie wird das Gesicht in der „facialen Gesellschaft“ (Th. Macho) medial produziert und worin besteht seine symbolische Auslöschung („defacing“)? Welche Darstellungsweisen von krankheits- oder unfallbedingter, gewaltsamer oder gewollter Gesichtsverletzung sowie von schambelastetem Gesichtsverlust kreiert das Medium Film? Welche Rolle bekleidet das Selbst in der digitalen Kultur und in erkennungsdienstlichen Bildlichkeiten? Warum können Erkennungsdienste menschliche Gesichter letztlich nicht ‚erkennen‘ (Bernard)? Und: Welche kulturhistorischen Bilder spiegeln sich in der Figur des Super Soldier („deep-brain stimulation“, „engineering war fighters“), die in aktuellen Militärs keine Zukunftsmusik mehr ist (Kamieński)?

Wann:

09. Juli 2026, 14.30 – 10. Juli 2026, 16.00

Themen: