Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir feministische Politikwissenschaft? Reflexion und kämpferische Blicke nach vorn

2027 feiert die Femina Politica ihr 30-jähriges Bestehen. Als einzige deutschsprachige Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft analysiert und kommentiert sie aus einer Geschlechterperspektive politikwissenschaftliche und aktuelle politische Themen. Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir auf vielfältige Weise reflektieren, was feministische Politikwissenschaft ausmacht und Geschichte(n), Erkenntnisse und Zukunftsvisionen feministischer Politikwissenschaft als emanzipatorische Wissenschaft sichtbar machen. Dies erscheint umso dringlicher, als wir derzeit weltweit eine zunehmende Diffamierung feministischer Wissenschaften, die Infragestellung von Menschen- und Geschlechterrechten und einen breiten Angriff auf feministische, queere und trans Politiken und Lebensweisen erleben.

Feministische Politikwissenschaft ist angetreten, um Gesellschaft, Politik und Wissenschaft zu verändern. Von Beginn an bewegt sie sich auf einem spannungsreichen Terrain. Einerseits betreibt sie in kritischer Abgrenzung eine Kritik der Wissenschaft im Allgemeinen und der Politikwissenschaft im Besonderen und zielt auf eine Transformation des Faches; andererseits verfolgt sie das Anliegen, feministische Perspektiven in den ‚Main-/Malestream‘ zu integrieren und auch personell an den Hochschulen zu verankern. Darüber hinaus steht sie vor der Herausforderung, ihren Gegenstand umfassend zu begreifen und immer wieder die Grenzen zwischen Wissenschaft und Praxis auszuloten. Kontrovers sind z.B. die Fragen, wie viel Spielraum Institutionen und Institutionalisierungsprozesse bieten und inwiefern sie feministische Kräfte einhegen, in welchem Verhältnis der Staat als zentrale politische Instanz und andere Politiken stehen, welche Rolle Zivilgesellschaft, Kultur und Partizipation haben.

Wir laden zu Beiträgen ein, die sich mit der Geschichte der feministischen Politikwissenschaft, ihren gegenwärtigen Herausforderungen und ihrer Zukunft auseinandersetzen. Wir verstehen das geplante Heft auch als Intervention gegen aktuelle autoritäre Bestrebungen, Archive von widerständigem Wissen, solidarische Wissensproduktionen und emanzipatorische Narrative zurückzudrängen.

Wir freuen uns auf empirische, methodische und theoretische wissenschaftliche Beiträge mit einer großen thematischen und geografischen Breite. Unter der Voraussetzung, dass feministische Politikwissenschaft auch den Anspruch hat, den Herrschaftscharakter hegemonialer Dichotomien zu kritisieren, laden wir insbesondere Beiträge aus dem Black Feminism, den Queer Studies, Trans Studies sowie post- und dekolonialen Studien ein. Darüber hinaus und in dem Wunsch, ein Jubiläumsheft zu machen, das den Raum zur Reflexion öffnet, freuen wir uns über die Einreichung von Beiträgen auch in anderen Formaten wie Essays, Interviews, Comics, Bilder, Gedichte und ähnlichem.

Abstracts und Kontakt

Der Schwerpunkt wird inhaltlich von der gesamten Redaktion der Femina Politica betreut. Wir bitten um ein- bis zweiseitige Abstracts bis zum 15. Juni 2026 an die Redaktionsadresse redaktion femina-politica de. Die Femina Politica versteht sich als intersektional feministische Fachzeitschrift. Sie fördert wissenschaftliche Arbeiten von Frauen und anderen geschlechtlich marginalisierten Personen (wie etwa trans*, inter*, nicht-binären oder geschlechternonkonformen Personen) in und außerhalb der Hochschule und lädt zum Einreichen inhaltlich qualifizierter Abstracts ein.

Abgabetermin der Beiträge

Die Redaktion lädt auf der Basis der eingereichten Abstracts bis zum 6. Juli 2026 zur Einreichung von Beiträgen ein. Der Abgabetermin für die fertigen, anonymisierten Forschungsbeiträge im Umfang von 35.000 bis max. 40.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen, Fußnoten und Literatur) ist der 30. September 2026. Die Angaben zu den Autor*innen dürfen ausschließlich auf dem Titelblatt erfolgen. Alle Manuskripte unterliegen einem Double Blind Peer-Review-Verfahren. Pro Beitrag gibt es ein externes Gutachten (Double Blind) und ein internes Gutachten von den Herausgeber*innen. Ggf. kann ein drittes Gutachten eingeholt werden. Die Rückmeldung der Gutachten erfolgt bis spätestens 15. November 2026. Die endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung des Beitrags wird durch die Redaktion auf Basis der Gutachten getroffen. Der Abgabetermin für die Endfassung des Beitrags ist der 15. Januar 2027. Alle anderen Beiträge wie Essays, Interviews, Comics, Bilder, Gedichte sind vom Peer-Review ausgenommen. Hier gilt der übliche Redaktionsschluss am 15. Januar 2027.

Publikationsdatum:

05. Mai 2026

Frist:

15. Juni 2026

Themen:

Disziplinen: