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HIV/Aids in der Schweiz. Eine Epidemie verändert die Gesellschaft

HIV/Aids in der Schweiz. Eine Epidemie verändert die Gesellschaft

Wie kaum eine andere Krankheit die Schweiz prägend

Die HIV/Aids-Epidemie forderte seit ihrem ersten in der Schweiz nachgewiesenen Fall 1980 zahlreiche Todesopfer. Auf ihrem Höhepunkt waren es über 500 jährlich und bis heute sind es schätzungsweise über 6600 insgesamt. In der Schweiz leben ca. 17500 Menschen mit HIV. Noch überträgt sich das Virus in rund 350 Fällen (2023) und diese Anzahl geht nur sehr langsam zurück. Doch nicht allein diese Zahlen und jedes dahinterstehende menschliche Schicksal machen HIV zu einem einzigartigen gesellschaftlichen Phänomen. Die erschütternden Bilder abgemagerter Männer im besten Alter, die beispiellose nationale Aufklärungskampagne, der verbreitete Gebrauch von Kondomen, anonym wirkende Bilder von Blutkonserven, die bunten Charity-Partys, die therapeutischen Fortschritte – all das hat sich ins kollektive Gedächtnis der Schweiz eingebrannt. Die Geschichte reicht aber tiefer und geht «durch die Haut.» Zunächst galt das Virus als ein Problem marginalisierter Gruppen. Bald wurde klar, dass HIV als sexuell übertragbare Infektion potenziell alle betreffen kann. Mit ihrer Ausbreitung sah sich die Schweiz allzu plötzlich einer riskanten Zukunft gegenüber. Die Gesellschaft hat es sprichwörtlich nicht ins Mark, sondern bis ins Blut getroffen.

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Publikation Information

Verlag:

Aids-Hilfe Schweiz

Medientyp:

PDF

Stadt:

Zürich

Jahr:

2025

Themen:

Disziplinen:

Forschungsthemen:

Sexualität
Verletzbarkeit
Diskriminierung – Marginalisierung – Segregation
Ausblendung/Unsichtbarmachung – Unscheinbarkeit – Erinnerung
Stereotypen – Vorurteile

Fächer:

Geschichte

Form:

Artikel