Alleinerziehende in prekären Lebenslagen
Einleitung
Im Frühjahr 2015 wurde das neue Kindesunterhaltsrecht im Parlament verabschiedet. Dieses bringt wesentliche Verbesserungen: So sollen die Bedürfnisse der Kinder sowohl bei der Bemessung der Alimente wie auch im Falle von ausbleibenden Unterhaltszahlungen besser geschützt werden. Eltern müssen zudem künftig unabhängig vom Zivilstand entsprechend ihrer Möglichkeiten zu einem gebührenden Unterhalt der Kinder beitragen. Neu muss schliesslich – unter Berücksichtigung des Kindeswohles – die alternierende Obhut geprüft werden, wenn dies von einem Elternteil oder von einem betroffenen Kind gefordert wird.Trotz dieser Neuerungen ist der Schutz nicht ausreichend, um Kinder effektiv vor Armut zu schützen. Eine Trennung oder Scheidung stellt deshalb in der Schweiz noch immer ein erhebliches Armutsrisiko dar. Auch mit den neuen gesetzlichen Regelungen haben Kinder keinen Anspruch auf einen Mindestunterhaltsbetrag. In sogenannten Mankofällen, wenn also nach einer Scheidung oder Trennung das gemeinsame Einkommen für die Deckung der Bedürfnisse der Eltern und der Kinder, die nun in zwei verschiedenen Haushalten leben, nicht mehr ausreicht, rutschen deshalb alleinerziehende Personen – in den allermeisten Fällen noch immer die Mutter – und ihre Kinder in die Armut oder Prekarität, denn noch immer trägt der unterhaltsberechtigte Elternteil den Fehlbetrag.Um ihre Existenz zu sichern, sind Alleinerziehende mehr als andere Bevölkerungsgruppen in der Schweiz auf Sozialhilfeleistungen angewiesen. Dies zeigen die Statistiken deutlich (Kap. II). Der vorliegende Beitrag befasst sich allerdings nicht mit den rechtlichen, sondern mit den sozialen Dimensionen dieser Thematik…
In: Caritas (Hrsg.). (2015). Sozialalmanach 2016: Familie ist kein Luxus. Das Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz. Trends, Analysen, Zahlen. Caritas-Verlag, (pp. 181 - 194).
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Informazioni sulla pubblicazione
Autrici/autori:
Michèle Amacker, Funke Sebastian
A cura di:
Swietlik, Iwona
Casa editrice:
Caritas-Verlag
Lingue:
Tedesco
Tipo di media:
Città:
Luzern
Anno:
2016
Temi:
Discipline:
Temi:
Povertà – precarietà – vulnerabilità
Famiglia – genitorialità – parentela
Politica
Potere – gerarchia – dominazione
Materie:
Studi di genere
Generi:
Articolo