We do this ‘til we free us. Abolitionistische Perspektiven nach Mariame Kaba

Analisi Dibattito

Victoria, Yonit, Natalie, Milena, Lina giugno 2024

Im Rahmen einer Lesegruppe haben wir (fünf Studierende der Geschlechterforschung an der Universität Basel) uns mit dem Buch "We Do This 'Til We Free Us" der Abolitionistin Mariame Kaba auseinandergesetzt.

Abolitionismus setzt sich für ein Ende aller Formen von strafenden Institutionen, insbesondere Gefängnisse und die Polizei ein. Die Bewegung entstand aus der Anti-Sklaverei-Bewegung und bezieht sich konkret auf die haitische Revolution. Heute ist die bekannteste abolitionistische Bewegung Black Lives Matter.

«We Do This ‘Til We Free Us» gibt eine Einführung in abolitionistische Analysen und Praxis. In Essays, Interviews und einer Kurzgeschichte ermöglicht uns Kaba einen Einblick in transformative Gerechtigkeit, den Prison Industrial Complex und praktische abolitionistische Bewegungsarbeit.

Mariame Kaba gehört zu den führenden Denker*innen in der abolitionistischen Praxis und Theorie – und würde vermutlich aufschreien, wenn sie diesen Satz lesen würde. Denn, wie Kaba in ihrem Buch erzählt, weigerte sie sich lange, ihre Arbeit unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Kaba versteht sich in ihrer Arbeit immer als Teil einer Bewegung. In ihrem Buch zitiert sie immer wieder ihren Vater, welcher meinte «Everything worthwile is done with other people».

Nach der Lektüre des Buches entschieden wir uns als Lesegruppe, das neu erworbene Wissen und unsere Reflexionen mittels eines Zines zu verarbeiten und zugänglich zu machen. Zines zeichnen sich durch aus, dass sie nicht-kommerzielle, selbstgemachte Publikationen sind, welche von Amateur*innen für andere Nicht-Expert*innen realisiert werden. Weil der Begriff «Abolitionismus» in der Schweiz wenig bekannt ist und oft mit vielen Vorurteilen behaftet bleibt, wollten wir unsere Erkenntnisse in einer möglichst zugänglichen Form übermitteln und dabei unseren eigenen offenen Fragen genügend Platz lassen.

Wie will Abolitionismus strafende Institutionen abschaffen? Wie sieht eine abolitionistische Welt aus? Wie können wir zwischen Bestrafung und Konsequenz unterscheiden? Wie praktizieren wir transformative Gerechtigkeit? Und wie können wir unsere Überlegungen auf die Schweiz übertragen? Diesen Fragen und mehr haben wir uns im Format des Zines gewidmet. Unsere Auseinandersetzung mit Kabas Ideen findet in Form von Fliesstext, Gedichten, Dialogen und Gesprächsfetzen aus den Diskussionen unserer Lesegruppe statt.

Von «Prison isn’t feminist», «Hope is a discipline» bis zu «Abolitionism is not about your fucking feelings» - Mariame Kaba hat unsere Welt ziemlich auf den Kopf gestellt und gezeigt, dass eine Welt, in welcher wir gegenseitig uns nicht strukturell allein lassen, möglich ist. Von dieser praktischen Hoffnung und hoffnungsvollen Praxis haben wir uns für inspirieren lassen und möchten dieses Geschenk weitergeben in Form unseres Zines.

Oder wie Mariame Kaba es formuliert: «Let’s begin our abolitionist journey not with the question «What do we have now, and how can we make it better?» Instead, let’s ask, «What can we imagine for ourselves and the world?» If we do that, then boundless possibilities of a more just world await us.»

Viel Spass beim Lesen!

Date di pubblicazione:

20 giugno 2024

Autrice/autore:

Victoria, Yonit, Natalie, Milena, Lina