Feministische Technikkritik reloaded

„Künstliche Intelligenz“ und die Frage des guten Lebens

  • Kommendes Wintersemester gibt es bei uns am ZIFG eine hybride Ringvorlesung
  • Wann: unregelmäßig mittwochs 18-20h
  • Wo: im Seminarraum des ZIFG FH 619, mit Online-Übertragung!
  • Wir basteln am finalen Programm, aber merkt euch gern die folgenden Daten vor:
    21.10., 28.10., 11.11., 18.11., 2.12., 9.12., 6.1., 13.1., 20.1., 3.2.

Seit mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 eine Anwendung sogenannter „generativer Künstlicher Intelligenz“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, erleben wir auch an Universitäten geradezu eilfertiges Aufgreifen und Dynamiken, die den Einsatz dieser Technologie in Forschung und Lehre fast als alternativlos erscheinen lassen. Zugleich entfaltet sich eine kritische Auseinandersetzung: mit den politisch-kosmologischen Weltsichten von „Silicon Valley“, mit den Effekten der Nutzung im gesellschaftlichen Alltag, mit den polit-ökonomischen Bedingungen und Konsequenzen dieser Entwicklung, mit deren ökologischen Bedingungen und Konsequenzen, mit Fragen globaler Un/Gerechtigkeit und rassistischen sowie sexistischen Strukturen. 

In Traditionen feministischer Wissenschafts- und Technikforschung stehend fragen wir in dieser Ringvorlesung, wie sich diese Technologien gesellschaftskritisch verstehen und einordnen lassen. Feministische Wissenschafts- und Technikforschung zeichnet sich durch Perspektiven aus, die Technikentwicklung in einer Verknüpfung von Erkenntnissen über wissenschaftshistorische Entwicklungen, epistemologische Prämissen, fachliche Praktiken und häufig versteckte oder gar verleugnete gesellschaftlich-materielle Bedingungen und den mit ihnen verbundenen Macht- und Herrschaftsverhältnissen betrachten. Es sind insofern kritische Perspektiven. Technologieentwicklung wird nicht als Prozess der Erfindung neutraler Werkzeuge verstanden, sondern als Prozess, der aufgrund bestimmter, in historische Machtverhältnisse eingebundener, ontologischer Gewissheiten über die Beschaffenheit der Welt operiert – nicht zuletzt der, dass gesellschaftliche Probleme grundsätzlich technologisch lösbar seien. 

Die Auseinandersetzungen mit den aktuellen KI-Anwendungen sind für uns (erneut) Anlass, zusammenzukommen und zu den Bedingungen, Möglichkeiten und Effekten von Technologieentwicklung ins Gespräch zu kommen und die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft nicht technokratischen Institutionen und privaten Investitionsentscheidungen zu überlassen, sondern als demokratisch zu verhandelnde politische Fragen zu reklamieren: In welcher Welt wollen wir leben – welches Wissen, welche Bedingungen, welche Technologien brauchen wir dafür?

Quando:

21 ottobre 2026, 18.00 – 03 febbraio 2027, 20.00

Dove:

Online

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