"Gender": Zur Theorie, Geschichte und Karriere eines Konzepts

Judith Butlers einflussreiches Buch «Gender Trouble» (1990) hat die Diskussionen um Gender in den letzten dreissig Jahren stark geprägt. Aber was war «Gender» vor «Trouble»? Wie kommt es dazu, dass wir heute selbstverständlich von «Gender», «Gender Studies» oder «Gender Mainstreaming» sprechen, während der Begriff vor wenigen Jahrzehnten noch weitgehend unbekannt war?
Bis in die 1950er Jahre war «Gender» ein sprachwissenschaftlicher Begriff, der das grammatikalische Geschlecht bezeichnete. In den 1950er Jahren wurde er in psychologischen und medizinischen Studien verwendet, bevor er in den 1970er Jahren von der feministischen Theorie aufgegriffen wurde und schliesslich Eingang in eine breite Öffentlichkeit fand. Zentral war hierfür die Unterscheidung zwischen «sex» und «gender», d.h. zwischen biologischen (sex) bzw. kulturellen, sozialen und historischen (gender) Aspekten von Geschlecht. Im Seminar lesen wir Schlüsseltexte der frühen feministischen Gender-Rezeption und rekonstruieren derart eine Genealogie des Gender-Begriffs. Wir zeichnen die Bedeutungsverschiebungen nach, die Gender in den letzten Jahrzehnten erfahren hat, und denken über deren theoretischen, politischen und gesellschaftlichen Implikationen nach, nicht zuletzt für unseren eigenen Umgang mit «Gender».

Durchführung: Webinar mit digitaler Präsenz und nach Möglichkeiten physischer Austausch in Gruppenarbeiten

Semesters:

Stufe:

MA

ETCS:

5

Materie:

Gender Studies

Tipo di scuola superiore:

UH