Öffentliche Ringvorlesung IZFG: «Sport und Geschlecht»

Organisation: Dr. Marianne Meier, Monika Hofmann, M.A., Pascal Kohler
Durchführung: Donnerstag, 18.15 – 19.45 Uhr
Ort: Raum 120, Uni Hauptgebäude, Hochschulstrasse 4
Zielgruppe: Wahlpflichtbereich MA Minor Gender Studies, MA Minor Gender and Religion, freie Leistung MA-Studierende und fortgeschrittene BA-Studierende, öffentlich für alle Interessierten
ECTS: 2

Weibliche Sportaktivität wurde noch bis in die 1960er Jahre als unästhetisch und unsittlich eingestuft. Nach wie vor dürfen bei Olympischen Spielen keine Frauen in der Nordischen Kombination, im Viererbob oder auf der Skisprung-Grossschanze antreten. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte ist Sport traditionell männlich konnotiert. Trotzdem bleibt den Männern bis heute das olympische Synchronschwimmen sowie die Rhythmische Sportgymnastik verwehrt. Adjektive wie etwa stark, muskulös, selbstbewusst und kräftig beschreiben stereotype Männlichkeitsmerkmale, während Begriffe wie sanft, bescheiden, zart oder lieblich weibliche Stereotype darstellen. Da eine Athletin aber Stärke, Kraft und Selbstbewusstsein an den Tag legen muss, um erfolgreich zu sein, besteht ein Widerspruch zwischen dem Frausein und dem Sportlerinsein. Je nach soziokulturellem Kontext zieht dieses Spannungsfeld unterschiedliche Konsequenzen nach sich. Der Sport bietet sich durch seine Popularität sowie durch die oft zitierte Rolle als «Spiegel der Gesellschaft» oder «gesellschaftlicher Mikrokosmos» geradezu an, Geschlechternormen zu beleuchten und zu (de-)konstruieren.

Die interdisziplinäre Ringvorlesung «Sport und Geschlecht» widmet sich diesem Themenkomplex aus verschiedenen Perspektiven. Fachpersonen analysieren und reflektieren die Geschlechterdimension im Sport aus historischem, soziologischem, sportpädagogischem, kultur-, kommunikations- und sportwissenschaftlichem Blickwinkel. Ein gemeinsamer Nenner stellt dabei die Thematisierung von Inklusions- und Exklusionsmechanismen dar. Einerseits anerkennt etwa die UNO den Sport explizit als Instrument zur Förderung von Empowerment und Geschlechtergleichstellung im globalen Kontext. Auf der anderen Seite wirken gesellschaftliche Phänomene wie Sexismus, Homo-, Trans- und auch Interphobie, die den Sport strukturell prägen, exkludierend. In diesem Zusammenhang werden auch Themen wie Intergeschlechtlichkeit im Spitzensport beleuchtet, sowie entsprechend aktuelle Fälle wie jener der südafrikanischen Leichtathletin Caster Semenya aufgegriffen. Auch «Fussball», «Migration» oder «digitale Kunst» sind Inhalte, welche die Ringvorlesung fokussiert.

Quando:

27 febbraio 2020, 18.15 – 28 maggio 2020, 19.45

Dove:

Universität Bern, Hauptgebäude, Raum 120, Hochschulstrasse 4, Bern