Der Zusammenhang von Sprache und Geschlecht (im biologischen wie im sozialen Sinn) wird in der germanistischen Linguistik – im Anschluss an frühe Arbeiten aus den USA der 1970er Jahre – seit den 1980er Jahren mit unterschiedlicher Intensität erforscht. Nach einem Boom bis in die 1990er Jahre ist in den letzten Jahren wieder eine intensivierte Bearbeitung des Themas zu beobachten, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit dem öffentlichen Diskurs über geschlechtersensiblen Sprachgebrauch.
Ziel dieses Seminars ist es, in einem ersten Teil verschiedene theoretische Konzepte (wie un/doing gender, indexing gender) zu diskutieren sowie die Geschichte der Erforschung des Verhältnisses von Sprache und Geschlecht punktuell aufzuarbeiten und in einem zweiten Teil aktuelle Forschungsperspektiven zu vertiefen. Betrachtet werden unterschiedliche systemlinguistische Aspekte wie Morphologie (hier auch Schreibung und ‚generisches Maskulinum‘), Syntax, Semantik (hier auch Personenbezeichnungen), aber auch pragmatische Aspekte, die Gegenstand der Forschung sind, wie geschlechterbezogene Performanzen im Gespräch (hier auch: Prosodie) und in digitaler Kommunikation, geschlechterbezogene Repräsentationen in der Werbung oder in Schulmaterialien etc. Zudem soll auch der öffentliche Diskurs über die entsprechenden Debatten Gegenstand des Seminars sein.
Die Platzzahl in diesem Seminar ist begrenzt; beachten Sie die Teilnahmevoraussetzungen.

Lernziele

Die Studierenden lernen zentrale genderlinguistische Konzepte zur Analyse kennen und kritisch reflektieren. Zudem lernen sie verschiedene Methoden zu entsprechenden linguistischen Analysen anwenden.

Teilnahmebedingungen

Aus Gründen der Qualitätssicherung ist die Platzzahl in diesem Seminar auf 30 Personen begrenzt. Bei mehr als 30 Buchungen werden Studierende der Germanistik und der Gender Studies bevorzugt; zudem wird die Reihenfolge der Anmeldung berücksichtigt.

Semesters:

Stufe:

MA

Disziplinen:

Institutions:

ETCS:

4

Domaines:

Linguistique, Etudes Genre

Type de haute école:

UH