Gender Aspects in Religious Studies. Kleidung zwischen Selbstinszenierung und Konvention

Beschreibung

Sneakers und Anzug mit engem, knöchelfreiem Bein, das ist heute absoluter Trend. Bei Männern und bei Frauen. Es scheint, dass sich die Grenzen dessen, was man(n) trägt und was frau tragen kann, in den letzten zwanzig Jahren zumindest in Westeuropa mehr und mehr aufgelöst haben. Was als schamlos und unehrenhaft gilt, was ein absolutes „no go“ ist und was als nicht „standesgemäss“ oder „hipp“ gilt, das wird und wurde über die Jahrhunderte in verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten immer neu verhandelt und ausgelotet. Im Rahmen der Lehrveranstaltung wollen wir diesen alltagskulturellen Inszenierungen und Positionierungen unseres Selbst in und durch Kleidung nachgehen.

Wir wollen schauen, wie und namentlich welche Vorstellungen von Geschlecht, Kultur, Religion und Gesellschaft sich in dem, wie wir uns anziehen, wirksam sind. Wir wollen schauen, welche unausgesprochenen und unhinterfragten Konventionen und Codes dabei im Spiel sind, wenn wir uns selber als die/der entwerfen, die wir sein und als die wir gesehen werden wollen. Mit einem konsequent empirischen Blick auf das doing gender als dressing gender – also auf das Zusammenspiel von Kleidungs- und Geschlechterpraxen – wollen wir dem Wandel ebenso nachspüren wie den Konstanten, die über Jahrhunderte die Selbstinszenierungen unseres Selbst prägten und prägen.

Lernziele

  1. Die Studierenden können die Korrelation von Gender-Normen und Dress Codes aufzeigen
  2. Die Studierenden wissen um die Bedeutung von Dress Codes als implizite Rollenvorgaben, wie Männlichkeit und Weiblichkeit, aber auch die soziale Stellung zu performen sind.

Semestres:

Niveau:

MA, BA

Branches:

Religionswissenschaft, Geschichte, Theologie

Type de haute école:

UH