Frei sein im Netz!

Die feministische Friedensorganisation cfd lanciert am 8. März eine Social Media Aktion, um auf Gewalt an Frauen* im digitalen Raum aufmerksam zu machen. Mit dem Slogan „Frei sein im Netz!“ fordert der cfd ein Internet ohne Gewalt.

Im Rahmen der Aktion zum internationalen Frauentag haben 16 Frauen* persönliche Erfahrungen und Statements zu Gewalt im Internet mit dem cfd geteilt. Auch im digitalen Raum ist Gewalt an Frauen* allgegenwärtig und sie wird scharf verurteilt. Carmen Meyer Geschäftsführerin des cfd meint dazu: «Gewalt im Netz geht jeden und jede von uns etwas an!»

Gewalt an Frauen* passiert hier und jetzt, auch im digitalen Raum

Im Internet erleben Mädchen* und Frauen* psychische und sexualisierte Gewalt. Frauen*, die sich in sozialen Medien zu Themen positionieren oder selbstbewusst mit ihren Körpern umgehen, werden beschimpft und bedroht. Frauen*, die sich öffentlich politisch äussern, werden in sozialen Netzwerken oder per Mail bedroht und belästigt. Frauen* bekommen unerwünscht Fotos mit sexualisiertem Inhalt zugeschickt. Sie werden von ihren aktuellen oder ehemaligen Partner*innen durch soziale Netzwerke, per Mail oder SMS bedroht und gestalkt. Frauen* werden beschimpft, bedroht und belästigt, weil sie Frauen* sind.
Jolanda Spiess-Hegglin Geschäftsführerin von #NetzCourage, die sich an der Kampagne beteiligt, fasst zusammen: «Hass im Netz trifft vor allem Frauen*. Vergewaltigungsandrohungen, sexuelle Herabwürdigungen, Bodyshaming. Allermeistens von Männern* geäussert und an Frauen* gerichtet. Dies alles in der Absicht, dass wir uns womöglich zurückziehen. Lassen wir das nicht zu und solidarisieren wir uns mit Betroffenen von Internethass!»

Frauen* sind doppelt so häufig betroffen

Frauen* sind von dieser Gewalt laut einer Studie aus den USA doppelt so häufig betroffen wie Männer*. Die Gewalt im Internet ist häufig sexualisiert und zielt darauf, Frauen* einzuschüchtern, Macht zu demonstrieren und sie zum Schweigen zu bringen. «Die Muster von Gewalt, die Frauen* im öffentlichen Raum oder zu Hause erleben, wiederholen sich so auch im digitalen Raum. Die Anonymität des Internets fördert Gewalt zusätzlich. Gewalt im Internet kann nicht von Gewalt in anderen Kontexten getrennt werden. Das Internet ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags. Frauen* sollen ihre Meinungen, Ansichten und Körper im Internet darstellen können ohne deswegen Gewalt ausgesetzt zu sein.», sagt die Kampagnenleiterin Anna-Béatrice Schmaltz.

Der cfd engagiert sich gegen Gewalt an Frauen* - auch im Internet. Er fordert Respekt und Zivilcourage auch im digitalen Raum sowie verbesserte Gesetze zum Schutz und Sensibilisierung und Prävention zu Gewalt im Internet. Mädchen* und Frauen* sollen sich frei im Netz bewegen können - ohne Angst!

Date de publication:

07 mars 2019

Institutions:

cfd / L'ONG feministe pour la paix