Normierungen – Grenzziehungen – Verkörperungen

Erkundung der Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Schnittstellen und Wechselwirkungen rassistischer und ableistischer Ordnungen


Gesellschaftliche Unterscheidungen entlang von Körper, Kultur, Fähigkeit und Zugehörigkeit betreffen Menschen, die im Rahmen von behindernden oder rassifizierenden Ordnungen als behindert, Taub, verrückt, jüdisch, muslimisch, romani, oder Schwarz adressiert werden. Sie/Wir machen Erfahrungen, die damit zusammenhängen, dass sie/wir in vorherrschenden gesellschaftlichen Ordnungen als Abweichung oder Bedrohung, als besonders, zurückgeblieben oder weniger (lebens)wert gelten. Diese Erfahrungen verbinden uns und die Menschen, die sie machen, trennen sie/uns aber auch. Die hier angedeuteten Gewalt-, Macht- und Herrschaftsverhältnisse werden häufig unter den Begriffen Rassismus und Ableismus analysiert und kritisiert. In dem Buchprojekt soll es darum gehen, die wechselseitigen Beziehungen von Ableismus und Rassismus in der akademischen, künstlerischen, pädagogischen und politischen Praxis zusammenzuführen. Dabei sollen die vielfältigen Verbindungen zwischen Ableismus und Rassismus sowie die damit einhergehenden, miteinander verwobenen strukturellen Ausgrenzungs-, Ausbeutungs- und Otheringmechanismen wie auch die Subjektivierungsweisen, Widerstandspraktiken und Handlungsstrategien der betroffenen Personen und/oder Communities in einem intersektionalen interdependenten Kontext herausgearbeitet werden.

Mögliche Themen der Beiträge können etwa sein:

  • Eurozentrische Wissensproduktion und die Pluralisierung von Formen, Orten und Inhalten der Hervorbringung und Verbreitung von subversivem, eigensinnigem und widerständigem Wissen

  • Kapitalistische Verwertungslogik sowie biopolitische Körper- und Gesundheitsregime und die Produktion/Zurückdrängung des behinderten und/oder rassifizierten Menschen (etwa reproduktive Gerechtigkeit, un-zumutbare/un-erwünschte Leben)

  • Konstruktion und Förderung „normaler“ (begehrenswerter, schöner, gesunder, produktiver, weißer, christlicher, angepasster) Körper und Verwerfung „anderer“ (kranker, defekter, zerbrechlicher, vulnerabler, Schwarzer, muslimischer, romaner, fremder) Körper, auch in Intersektion mit binären und heteronormativen Ordnungen

  • Inter- und Intragruppenhierarchien in emanzipatorischen Communities, Teile-und-Herrsche-Logiken sowie Solidaritäten und Allianzen innerhalb und zwischen Communities

  • Der veränderte Körper als Schauplatz (etwa sogenannte Menschenzoos und Freakshows) sowie eigensinnige Subversion und Transformation (Comedy und Slam)

  • Emotionen, Affekte und Leiblichkeit als Phänomene, die auf Behinderungs- und/oder Rassifizierungsordnungen antworten und diese bearbeiten, transformieren und de-stabilisieren (etwa Scham, Trauer, Wut oder Zuversicht)

  • Kämpfe ums Überleben in der Überfluss-, Wissens- und Mediengesellschaft

  • Auf- und Ausbau eigener Strukturen angesichts fehlender gesellschaftlicher Teilhabe und Repräsentation, Anerkennung und Unterstützung Bedingungen, Formen und Grenzen von Widerstandspraktiken

Organisatorisches

  • Beitragsvorschlag: 2000-3000 Zeichen

  • Autor:innen-Bio: 300 Zeichen

  • Beitragslänge: 30.000-40.000 Zeichen

Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge in Form einer Beschreibung des geplanten Beitrags bis 15. August 2024 per E-Mail ein: verkoerperungenuni-bielefeldde

Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keinen Verlag angefragt, da für uns einige Verlage in Frage kommen, die endgültige Entscheidung wollen wir aber von den Konstellationen abhängig machen, die aus diesem Call entstehen.

Publication Date:

28 May 2024

Deadline:

15 August 2024