Manche sind gleicher - Inklusion im Spannungsfeld von Ökonomie und Gleichstellung

Lern-Ziele

Studierende kennen:

  • Konzepte heutiger gesellschaftlicher Vielfalt/Diversität, Inklusion und Exklusion
  • Diskussionen zu Interkulturalität und Internationalisierung sowie zu gesellschaftlicher Partizipation

Sie können:

  • Spannungsverhältnisse und Dilammata in den Debatten benennen und einordnen bezüglich Arbeitsmarkt, Unternehmenskultur und Führungsverständnis
  • Vorschläge ausarbeiten, wie eine Unternehmenskultur und ein Führungsverständnis entwickelt werden können, die das Thema Diversität inkludierend angehen

Veranstaltungs-Inhalt

In vielen Kontexten wird Diversität heute gross geschrieben: Ein Unternehmen ‑ wie auch die Gesellschaft ganz allgemein ‑ soll sich zu Nutze machen, dass jeder Mensch einzigartig ist und sich deshalb also auch von den anderen unterscheidet. Die daraus resultierende Diversität aller soll letztendlich allen zugutekommen. Gesamtgesellschaftlich gesehen ist heute ebenfalls anerkannt, dass wir in einer vielfältigen, multikulturellen Gesellschaft leben und als solche respektvolle und möglichst chancengleiche Formen des Zusammenlebens finden sollten. Wie diese ʺInklusionʺ konkret aussehen soll, wer wie inkludiert werden soll und welche Auswirkungen das z. B. auf die Unternehmenskultur und das Führungsverständnis hat, sind die zentralen Themen dieser interdisziplinären Lehrveranstaltung.

Der Gleichstellungsanspruch, also der Anspruch, alle Einzelnen in ihrer Verschiedenheit in gerechter Weise in die Gesellschaft zu inkludieren, ist in der Schweizer Bundesverfassung festgeschrieben. Dieser Master‑Kurs richtet seinen Fokus auf die Frage der Inklusion von Diversität in der heutigen Schweiz und in Deutschland ‑ auf gesellschaftlicher wie auch auf unternehmerischer Ebene. Einzelnen Themen wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt: So zum Beispiel, wie eine Firma ʺVäterförderungʺ konkret umse t und welche Hürden sie dabei allenfalls zuüberwinden hat. Ein weiterer Fokus gilt der Internationalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft: wie inkludiert ein Unternehmen ‑ wie inkludiert die Gesellschaft ‑ Menschen, die aus ganz anderen Kulturkreisen stammen? Welche Rolle können hier emotionale Grenzziehungen spielen? Und welche Unterschiede innerhalb von Gruppen werden dabei gemacht?

Der interdisziplinäre Zugang aus Managementperspektive und aus Perspektive der Kulturwissenschaften, den die beiden Dozentinnen einbringen, soll ermöglichen, der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Die im Zentrum stehenden Begriffe, die sich in den theoretischen Debatten zu diesem Themenfeld finden ‑ Differenz, Chancengleichheit, Diversität, Inklusion ‑ werden dabei auf das Praxisfeld Arbeitswelt angewandt.

Veranstaltungs-Struktur und Lehr-/Lerndesign

Die Veranstaltung beginnt mit drei Einführungssitzungen zu zentralen Aspekten und Begriffen bezüglich Inklusion und Diversität. An den anschliessenden Blocktagen werden jeweils spezifische Themen von verschiedenen studentischen Input‑Gruppen behandelt (Präsentation der wichtigsten Erkenntnisse). Grundlage für jede Gruppe ist jeweils ein theoretischer Text im Skript. DieGruppen finden zusätzliche Literatur zur Aufbereitung auf studynet.

Veranstaltungsstruktur im Detail:

Einführungsstunde und Grundlagen: 3 x 2 Lektionen (1.‑3.Woche)

Blocktage: 3 Tage à 6 Lektionen

Blocktag A: Fokus Diversität

Geschichte des Begriffs; Chancengleichheit und Diversity Management; Gleichheit und Differenz; Arbeitswelt und Diversität in Teams; Subgruppenbildungen und Herausforderungen bei der Zusammensetzung und Führung von Diversität in Teams.

Blocktag B: Fokus Inklusion

Soziologische Theorien zu Inklusion und/oder Exklusion; die Debatte um ʺdie Inklusionslügeʺ; Innovationsbedarf bezüglich einer unternehmerischen Honorierungs‑Politik mit Fokus Behinderung; sozialer Aufstieg und Inklusion.

Blocktag C: Fokus Umsetzung von Diversität und Inklusion.

Abschlussplenum und Schreibwerkstatt.

Das Kontextstudium ist der Form nach Kontaktstudium; zum ordnungsgemässen Besuch der Veranstaltung gehört daher die regelmässigeTeilnahme. Die Studierenden müssen selbst darauf achten, dass sich Veranstaltungstermine nichtüberschneiden.

Semesters:

Level:

MA

Disciplines:

ETCS:

3

Subjects:

Gender Studies, Kulturwissenschaften

University Type:

UH