Wissenschaft und Geschlecht: Feministische Erkenntnistheorien

Welches Verhältnis hat die Wahrheit zum Subjekt, das seine Wahrheit spricht? Welche Rolle spielt das Geschlecht im Prozess wissenschaftlichen Erkennens? Inwiefern ist ‘objektives’ Wissen möglich? Wann ist etwas eine wissenschaftliche „Tatsache“? Und wann ist eine Aussage kritisch? Gibt es einen bestimmten privilegierten Standpunkt der Kritik? Und welche Konzepte dazu haben feministische Theorien zu bieten? Gibt es einen feministischen Standpunkt? Was hat Wahrheit mit Macht zu tun? Hat Objektivität eine Geschichte? Gibt es Wissen, das für alle gilt? Oder hat die Produktion von Wissen mit dem jeweiligen geopolitischen Ort - wie Europa - und der gesellschaftlichen Positionierung - wie Geschlecht - zu tun? Sollten wir uns also von der Idee der „Objektivität“ deswegen verabschieden?
Welche Rolle spielt der Körper in der Wissenschaft? Was ist Materialität? Welche Bedeutung hat diese in und für unsere Erkenntnis?
Mit Fragen wie diesen setzen sich die unterschiedlichen Positionen in der feministischen Epistemologie seit mehreren Jahrzehnten auseinander. Im Proseminar werden wir einige zentrale Positionen, die in diesen Debatten formuliert wurden, kennenlernen und diskutieren - etwa die Problematisierung der Trennung zwischen Subjekt und Objekt, das Konzept des situierten Wissens sowie postkoloniale Kritiken an weisser Wissensproduktion.

Semesters:

Stufe:

BA

Institutionen:

ETCS:

3

Fächer:

Philosophie, Gender Studies, Feministische Wissenschaft

Hochschultyp:

UH