Moderne Mütter? "Frau-Sein" und "Mutter- Sein"

Moderne Mütter? "Frau-Sein" und "Mutter- Sein" - Sozial- und kulturhistorische Perspektiven

Veranstaltungsinhalt

Im Zentrum steht die Untersuchung und Befragung von "Frau-Sein" und "Mutter-Sein" (Mutterschaft, bzw. Mütterlichkeit) von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Analytisch betrachtet kann "Frau-Sein" als ein Konzept betrachtet werden, das vor dem Hintergrund der Konsolidierungsdiskurse der Bürgerlichen Gesellschaft im 18. und 19. Jahrhundert in enger und bis heute bestehender Verbindung zu sozialer Verantwortung und "Mutter- Sein" ausgestaltet wurde. Damit verbunden war ein klar umrissenes und begrenztes Tätigkeitsfeld und eine ebenfalls klar definierten sozialen Position. Es etablierten sich relativ starre Deutungsmuster (Mutterideologie), mit deren Hilfe Weiblichkeitsvorstellungen konfiguriert und tradiert wurden und werden. Trotz grösster Unterschiede in den Lebensverhältnissen zwischen den verschiedenen Ständen bzw.
Klassen war die Verpflichtung zur Mütterlichkeit und zum der Bereich der sozialen Fürsorge für alle Frauen die massgebenden Identifikationskategorien. Die historisch den Männern und Vätern zugeordnete soziale Verantwortung konzentrierte sich dagegen auf die Existenzsicherung der Familie und die Verantwortung für die Sicherheit von Gemeinschaft und Staatswesen. Ausgehend von biografischen und sozialhistorischen Analysen zu Mutterschaft und Erziehung im 19. und 20.
Jahrhundert explorieren wir im Seminar mögliche Deutungsmuster "moderner Mütter" und kontrastieren diese mit zeitgenössischen Studien (u.a. Orna Donath, 2016: Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen. Knaus.) und einer filmischen Selbstdokumentation (https://yourmirror-film.ch - siehe Director Statement der Regisseurin, Künstlerin und Mutter Johanna Faust). Dabei fragen wir: Was ist "die moderne Frau"? Was sind "moderne Mütter"? Gibt es sie überhaupt?

Semesters:

Stufe:

MA

Institutionen:

ETCS:

3

Fächer:

Gender Studies, Geschichte, Erziehungswissenschaft

Hochschultyp:

UH