Heiraten und Lieben im Zeitalter der Vernunft

Heiraten und Lieben im Zeitalter der Vernunft:  Emotionen und materielle Interessen im 18. Jahrhundert

Im Seminar steht insbesondere die sog. "Liebesehe" als Neuerfindung der Aufklärung und der Romantik im Zentrum des Interesses. Während empfindsame Romane aus männlicher wie weiblicher Feder die Problematik des Verhältnisses von Liebe und Ehe breit diskutierten und damit zu Bestsellern wurden, bewegten (junge) Männer und Frauen und deren Eltern auch ganz andere Motive bei der Eheschliessung. Im Seminar wird es daher gehen, das breite Spannungsfeld auszuloten zwischen solchen literarischen Vorbildern und den Praktiken der Partnerwahl und der Familiengründung im Zeitraum zwischen ca. 1700 und 1830. Dabei werden u.a. auch religiöse, konfessionelle und rechtliche Aspekte zu berücksichtigen sein - aber durchaus auch Dynamiken des sozialen und kulturellen Wandels, die sich ja nicht zuletzt auch in der familienrechtlichen Theorie und Praxis der Zeit der Aufklärung und v.a. der (frz. wie auch helvetischen) Revolutionen niedergeschlagen haben.

Lernziele

Aktuelle und ältere Forschungen zum Thema "Liebe und Ehe" kennenlernen und kritisch reflektieren; Umgang mit Quellen aus dem Zeitraum 18. u. frühes 19. Jahrhundert aus emotions- und geschlechtergeschichtlicher Perspektive.

Literatur

Richard van Dülmen, Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit, Bd. 1: Das Haus und seine Menschen, München 1990
Rebekka Habermas, Frauen und Männer im Bürgertum. Eine Familiengeschichte, Göttingen 2000
Niklas Luhmann, Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität, Frankfurt 1982

Semesters:

Stufe:

BA

Institutionen:

ETCS:

3

Fächer:

Geschichte

Hochschultyp:

UH