Sowohl in gesellschaftlichen Debatten als auch wissenschaftlichen Studien wird angenommen, dass die in muslimischen Milieus herrschenden sozialen Verhältnisse und verbreiteten Glaubensvorstellungen sich aus den normativen Quellen des Islams speisen und direkt aus den heiligen Texten ableitbar sind. Aber was sagt der Koran tatsächlich zum Verhältnis von Mann und Frau, zur Verhüllung der Frau und zu den Rechten und Pflichten von Partnern in der Ehe? Kann der Koran egalitär gelesen werden oder ist er ein Text, der das Patriarchat befestigt? Diese Fragen stehen nach wie vor im Zentrum der Arbeit islamischer Feminist*innen und Theolog*innen. In diesem Seminar sollen Student*innen ausgewählte Verse aus dem Koran lesen und sich mit Beiträgen der aktuellen Forschung beschäftigen.

Inhalt und Aufbau:

Im Seminar werden ausgewälte Themen und Koranverse zur Geschlechterthematik studiert und diskutiert. Die Sitzungen sind thematisch aufgeteilt und folgen einer Leitfrage. Jede Sitzung beginnt mit der Lektüre einer ausgewählten Passage des Korans. Im Anschluss findet in jeder Sitzung eine gemeinsame Textlektüre aus der zeitgenössischen Forschungsliteratur statt. Das Textmaterial wird in einem Reader zur Verfügung gestellt. 

Lernziele:

Studierende lernen die Komplexität der Geschlechterthematik im Koran kennen. Sie erwerben Grundlagenkenntnisse über den Koran und werden befähigt, selbständig den Koran zu lesen. Die Arbeit mit Texten auf zwei Ebenen (Korantext; zeitgenössische Forschung) ermöglicht einen multimethodischen und –perspektivischen Zugang. Auf dieser Grundlage entwickeln Studierende die Fähigkeit, kritisch über das Thema zu reflektieren.

Zugangsbedingungen:

Vorausgesetzte Sprachkenntnisse: Deutsch und Englisch; Kenntnisse des Arabischen sind erwünscht. Die Student*innen werden gebeten, selbst eine Übersetzung des Korans zum Seminar mitzubringen.

Semesters:

Stufe:

MA

ETCS:

3

Fächer:

Islamische Studien, Gender Studies, Theologie, Feministische Wissenschaft

Hochschultyp:

UH