"Die Würde und Hoheit der Menschinnen" – Geschlechterdebatten im entstehenden Bürgertum

Eines der zentralen und zeitgenössisch gleichzeitig umstrittensten Postulate der Aufklärung war die Forderung nach Gleichheit und einem Ende intellektueller Bevormundung: Jeder und jede sollte die eigenen Verstandeskräfte nutzen, sich bilden und mit diesen Kräften in der Gesellschaft wirken. Wem aber genau galten das aufklärerische Gleichheitsideal und die Forderung nach Ausbildung der Kräfte des Verstandes, der Fortentwicklung der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit? Waren Frauen bei diesen Forderungen ebenfalls gemeint? Oder stellten sie eine eigene Gruppe da? War ihre „Würde“ eine andere als die der männlichen Aufklärer? Bei genauerer Untersuchung lassen sich im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert weitgespannte Diskurse über die Frauenbildung und die “Aufklärung des weiblichen Geschlechts” finden. Männliche Aufklärer äusserten sich hierzu ebenso wie weibliche Intellektuelle und gesellschaftlich-politisch engagierte Frauen, die sich für die Aufklärung begeisterten und diese auf ihre Weise voranbrachten. Wie sich dabei in dieser Zeit die Geschlechterverhältnisse, Kooperationen und Konflikte darstellten, wie Zugänge zu Bildung und Gelehrsamkeit durch die Familie, durch soziale Kreise oder zeitgenössische Institutionen von Frauen wie Männern genutzt werden konnten, soll im Seminar ebenso diskutiert werden wie die bis heute historiographisch wenig bekannten Lebenswelten von Wissenschaftlerinnen und Aufklärerinnen. Inwiefern die Gleichheitsideale der Aufklärung debattiert, ausgedeutet oder umgedeutet wurden, steht zur Diskussion.

Semesters:

Stufe:

BA, MA

Institutionen:

ETCS:

3

Fächer:

Geschichte, Gender Studies

Hochschultyp:

UH