Arbeit und Geschlecht. Geschichte der Nähmaschine im Kapitalismus (1850-1900)

Als «eiserne Mamsell» diffamierten manche Zeitgenossen die Nähmaschine. Anders Marx, der die Erfindung dieser «revolutionären Maschine» als einen «Knotenpunkt» begriff und daran den Prozess der kapitalistischen Marktentwicklung aufzeigte. Ausgehend von diesem Befund spüren wir im Kolloquium der Frage nach, wie die fabrikmässige Produktion und der massenhafte Absatz von Nähmaschinen im globalen Norden eine Dynamik entwickelten, welche die Arbeitsordnungen und Geschlechterbeziehungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fundamental veränderten. Im Zentrum stehen Näherinnen und ihre prekären Lebenslagen, die Schwitzsysteme der urbanen Bekleidungsindustrien, wissenschaftliche Diskurse über die gesundheitsschädigende Arbeit an der Nähmaschine, Streiks und die politische Regulierung der Heimarbeit. Im Kolloquium lesen und diskutieren wir Forschungsliteratur und analysieren unterschiedliche Quellen. Ziel ist es, am Beispiel eines konkreten Gegenstandes Einblicke in die Arbeits- und Geschlechtergeschichte des industriellen Kapitalismus zu bekommen.

Semesters:

Stufe:

BA

Institutionen:

Fächer:

Geschichte, Gender Studies

Hochschultyp:

UH