Wissenschaft und Geschlecht: Feministische Erkenntnistheorie

Welches Verhältnis hat die Wahrheit zum Subjekt, das wahr spricht? Welche Rolle spielt das Geschlecht im Prozess wissenschaftlichen Erkennens? Wie wird „Objektivität“ hergestellt? Und wie können wir „objektive“ Aussagen machen? Wann ist etwas eine wissenschaftliche „Tatsache“? Und wann ist eine Aussage kritisch? Gibt es einen bestimmten privilegierten Standpunkt der Kritik? Und welche Konzepte dazu haben feministische Kritiken zu bieten? Gibt es einen feministischen Standpunkt? Was hat Wahrheit mit Macht zu tun? Hat Objektivität eine Geschichte? Gibt es Wissen, das für alle gilt? Oder hat die Produktion von Wissen mit dem jeweiligen geopolitischen Ort - wie Europa - und der gesellschaftlichen Positionierung - wie Geschlecht - zu tun? Sollten wir uns also von der Idee der „Objektivität“ deswegen verabschieden?
Welche Rolle kommt dem Körper in der Wissenschaft zu? Was ist Materialität? Welche Wirksamkeit kommt dieser in unserer Erkenntnis zu?
Mit Fragen wie diesen setzen sich die unterschiedlichen Positionen in der feministischen Epistemologie seit mehreren Jahrzehnten auseinander. Im Proseminar werden wir einige zentrale Positionen, die in diesen Debatten formuliert wurden, kennenlernen und diskutieren - etwa die Problematisierung der Trennung zwischen Subjekt und Objekt, das Konzept des situierten Wissens sowie postkoloniale Kritiken an weisser Wissensproduktion.

Lernziele

Dies ist eine einführende Veranstaltung. Ziel ist es, zentrale Positionen der feministischen Epistemologie von den 1970er Jahren bis heute kennenzulernen und einen Einblick in grundlegende erkenntnistheoretische Probleme zu erhalten. Der Fokus in diesem Proseminar liegt auf dem Verhältnis von Wahrheit/Objektivität, Macht und Geschichte.

Semesters:

Stufe:

BA

Institutionen:

ETCS:

3

Fächer:

Gender Studies, Philosophie

Hochschultyp:

UH