Reproduction 2.0: Neuere Reproduktionstechnologien und soziale Ungleichheit

In diesem Seminar werden wir uns mit den (möglichen) gesellschaftlichen Auswirkungen neuerer Fortpflanzungstechnologien (u.a. Keimzellspende, Leihmutterschaft, Präimplantationsdiagnostik) beschäftigen. Oftmals erfolgen diese Prozesse transnational, d.h. nationalstaatliche Grenzen überschreitend, von Personen in ökonomisch schwächeren zu Personen in ökonomisch stärkeren Ländern oder es findet ein Reproduktionstourismus in Länder mit einer weniger restriktiven Gesetzgebung statt. Dabei treten einerseits soziale Ungleichheiten deutlich zutage, andererseits werden ethische Fragen aufgeworfen. In der Übung sollen zum einen die Entwicklungen von (transnationalen) Reproduktionspraktiken in internationaler Perspektive in den Blick genommen werden. Zum anderen werden die lebensweltlichen Perspektiven der Akteure fokussiert: Welche Gründe hat beispielsweise eine Frau in Indien, das „Kind" eines amerikanischen Paares auszutragen? Welche Auswirkungen haben die (transnationalen) Reproduktionspraktiken auf die Identität der Kinder? Welchen Stellenwert haben die im Prozess Beteiligten im (späteren) Familienleben? Was für gesellschaftliche Konsequenzen ergeben sich aus den transnationalen „familiären" Verflechtungen? Die alltagspraktischen Erfahrungen der Beteiligten sollen jeweils unter ethischen Gesichtspunkten und mit Blick auf die Familien- und soziale Ungleichheitsforschung thematisiert und diskutiert werden.

 

Semesters:

Stufe:

MA

Disziplinen:

Institutionen:

ETCS:

6

Fächer:

Gender Studies, Soziologie

Hochschultyp:

UH