Seit in den 1980er Jahren der Feminismus auch innerhalb des Judentums eine hörbare Stimme geworden ist, hat sich die weitverzweigte Frage nach Gender-Verortungen im Judentum begonnen Raum zu schaffen. Vor dem Hintergrund eines Religionsgesetzes, das nicht zuletzt auch in seiner praktischen Anwendung klare Zuweisungen für männliche und weibliche Glaubensangehörige macht, hat sich eine dynamische Diskussion ergeben, die auch ein interessantes Ineinanderwirken der verschiedenen Strömungen des Judentums erkennen lässt. Die Thematisierung von Homosexualität ist nicht nur religionspolitisch, sondern durchaus auch kulturell zu einem beachteten Thema geworden, während etwa das Transgenderthema schon durch die berühmte israelische Sängerin und Eurovisionssiegerin Dana International ins Bewusstsein rückte.
In der Vorlesung sollen religionsspezifische, aber auch wissenschaftliche Positionen zur Frage von Judentum und Gender zur Frage kommen, die zeigen, dass sich diese Glaubensgemeinschaft schon weit von einer binären Rollenzuteilung, die ihr innewohnt, entfernt hat - bei allerdings auch weiterbestehenden Konstanten.

Semesters:

Stufe:

BA

Disziplinen:

Institutionen:

ETCS:

2

Fächer:

Jüdische Studien

Hochschultyp:

UH