Inszenierung und Durchquerung von Geschlechternormen in Kultur und Gesellschaft

Gesellschaft/Society: In Bewegung - Inszenierung und Durchquerung von Geschlechternormen in Kultur und Gesellschaft

Theorien zu Geschlechtervielfalt, die ein binäres Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit in Frage stellen, gewinnen heute an Terrain in den Gender Studies. Gleichzeitig sind heutige Geschlechterkonzepte nach wie vor stark mit dem Körper verbunden, der stets in Geschlechternormen eingebunden ist. In Ansätzen der Affect Theory wird dem Zusammenhang zwischen Körperlichkeit, Prozessen der Verkörperung und gesellschaftlichen Machtverhältnissen anhand der Gefühle nachgegangen: Schmerz, Glück, Angst und Scham werden so zu Ansatzpunkten von gleichzeitig gelebter und erlebter Geschlechtlichkeit.

In den semesterbegleitenden Stunden setzten wir uns mit Körperlichkeit, Geschlecht, Begehren, Affekten und deren Inszenierungen auseinander: Was verstehen wir geschlechtertheoretisch unter Männlichkeit und Weiblichkeit? Welche Rolle spielen Geschlechternormen in Bezug auf Begehren und Sexualität? Wie werden diese Normen aufrechterhalten, irritiert oder unterlaufen? Welche Rolle spielen dabei die Körper und ihre Inszenierung sowie Gefühle? In welchem Zusammenhang steht Geschlecht zu anderen Kategorien, anhand derer Machtverhältnisse gesellschaftlich organisiert werden? Wie steht es dabei vor allem um die Rassisierung und Veranderung bestimmter Körper?

Im Blockkurs wenden wir uns zwei Sphären zu: Der Geschäftswelt mit ihren nach wie vor stark männlich geprägten Hierarchien sowie der Sphäre der Kultur und der Inszenierung und Durchqueerung von Geschlecht in künstlerischen Performances. Wir analysieren gemeinsam Videoaufzeichnungen der Tanzperformances «EF_FEMININITY» und «Touch Isolation» von Marcel Schwald & Chris Leuenberger, die 2020 und 2021 in der Kaserne Basel aufgeführt worden sind. Die Frage nach Grenzen und Möglichkeitsräumen für Interventionen und damit verbundene Kritik an Geschlechternormen, die auch mit weiteren Differenzen verbunden sind, leiten die Blocktage an. Werden Normen in Frage gestellt oder überschritten, gehen mit dieser Grenzüberschreitung meist starke Gefühle einher ‐ auch diese sind Thema des Kurses und der Blocktage.

Stufe:

MA

ETCS:

6

Fächer:

Gender Studies

Hochschultyp:

Universitäre Hochschulen (UH)