Gender Aspects in Religious Studies. Menschenrechte zwischen Religion, Kultur und Politik

Wie ist das mit den Menschenrechten? Sie sind Männerrechte, sagt die 1789 erfolgte französische Declaration de l’Homme et du Citoyen. Und Olympe de Gouges, die 1791 diese Rechte auch für Frauen einforderte – „Die Frau ist frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechte -, landete auf dem Schaffott. Erst die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948, machte deutlich: sie sind auch Frauenrechte. Mehr noch: sie gelten unabhänigig von „Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion und sonstigem Stand“. Die Yogakarta Erklärung von 2007 erweiterte diese Aussage nocheinmal in Bezug auf das, was wir heute Genderdiversität zu nennen pflegen.

Die Vorlesung möchte nicht nur diese historische Entwicklung der Menschenrechte im Horizont der Gendergeschichte beleuchten, sondern auch fragen: wie halten es die christliche(n) Religion(en) es mit den Menschenrechten? Die Menschenrechte seien mit der Sendung der Kirche eng verbunden, schreibt 1979 Papst Johannes Paul II in seiner Enzyklika „Redemptor hominis“. Gleichzeitig aber werden mit religiösen Argumenten der Ausschluss der Frauen von zentralen Funktionen innerhalb der katholischen Kirche begründet. Und so sollen auch die diesbezüglichen aktuellen „heissen Eisen“ in der Vorlesung ihren Platz haben.

Lernziele     

  1. Die Studierenden kennen die geschichtliche Entwicklung des Verhältnisses von Menschenrechten und Frauen- und Männerrechten.
  2. Die Studierenden können die Diskussion um diese Rechte in ihrem theologischen und historischen Kontext verstehen und ihre Wandlungen erklären.
  3. Die Studierenden können die Relevanz von Menschenrechten für die heutige Situation der Christenheit aufweisen und kennen ihre Kritik.

ETCS: 1.5

Semesters:

Stufe:

BA

Disziplinen:

ETCS:

1

Fächer:

Theologie

Hochschultyp:

UH