Ausstellung: «Vom Glück vergessen. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Graubünden»

Die Ausstellung im Rätischen Museum in Chur wurde von der Kuratorin Dr. Tanja Rietmann (IZFG) gestaltet. Sie dauert vom 22. August 2020 bis am 28. Februar 2021.

Die Vernissage findet am 21. August um 18 Uhr statt.

Fremdplatziert, verdingt, entmündigt, in Anstalten versorgt, zwangsadoptiert oder –sterilisiert: bis in die 1970er-Jahre waren in der Schweiz zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen. In Graubünden waren es mehrere Tausend. Viele kamen aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Ihre von bürgerlichen Normen abweichende Lebensweise galt als Grund für massive Eingriffe und repressive Massnahmen.

Seit einigen Jahren erheben Betroffene verstärkt ihre Stimme. Sie berichten vom Erlittenen und fordern Aufarbeitung. Dass ihnen Unrecht geschah, wird heute offiziell anerkannt. 2017 sprach die Bündner Regierung eine Entschuldigung aus.

Die Ausstellung stellt fünf Betroffene ins Zentrum, geboren zwischen 1881 und 1957. In begehbaren Räumen aus Karton sind Sie als Besucherin und Besucher eingeladen, in ihre Welt einzutauchen. Hörspiele und Archivdokumente erzählen die Schicksale. Und es wird gefragt: Wie betrifft uns das Geschehene heute? Ihre Antworten interessieren uns!

Wann:

22. August 2020 – 28. Februar 2021

Wo:

Rätisches Museum, Hofstrasse 1, 7000 Chur

Themen:

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