Queerfeministische Kompostierungen der Digitalität

Workshop-Treffen der AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft ausgerichtet von der rheinischen Sektion der Kompostistischen Internationale, Philosophikum, Raum S 58, Universität zu Köln

Wie verhalten wir uns queerfeministisch zum Phänomen der ‚Digitalisierung‘? Wie verantworten wir die hieran geknüpften (prekären) (Techno-)Ökologien mit ihren Prozessen und Entitäten? Wie können wir die Materialität und Medialität des Digitalen diffraktiv denken?
Herausgefordert durch eine radikale Unverfüg/fug/barkeit des Algorithmischen, wollen wir in diesem Workshop nach Eigenlogiken der Komputation fragen und Möglichkeiten einer ‚Kompostierung‘ des Digitalen ausloten. Mit ‚Kompostierung‘ knüpfen wir an Donna Haraways Claim des „we are all compost, not posthuman“ an, der uns zu sympoietischen Formen des Lebens-und-Sterbens mit nicht/menschlichen Krittern aufruft. Gemeint ist damit, dass nichts aus sich selbst hervorgeht oder in sich selbst ist, sondern die Verschränkung einander fremder, nichtidentischer Welten auf dem Spiel steht.

Mit Bezug auf neomaterialistische Theorien wollen wir nach den technokapitalistischen, materiellen und ethischen Implikationen fragen, die eine algorithmische Ontologie auszeichnen. Im diffraktiven, also gleichwertigen Durcheinander-Hindurch-Lesen von algorithmischer und neomaterialistischer Theorie ergeben sich Interferenzmuster, in denen sich die Stränge gegenseitig durchkreuzen, be/ver/antworten, verhindern und/oder weiterschreiben. Die sich zeigenden Effekte von Differenzen fordern und ermöglichen neue Formen der Response-ability, die ein je schon Anders-Werden des Algorithmischen, Menschlichen, Nicht/Mehr-als/Menschlichen und unserer Theoretisierung zulassen/markieren.
Vor allem treibt uns die Frage um, ob das Algorithmische als transhumanistische Allmachtsnarration des Technokapitalismus eine anthropozentrische Herrschaftsgeste vollzieht – oder ob wir mit der kritischen Methode des Kompostierens eine radikale Immanenz einfordern können, die auch das ‚Alien‘ des Algorithmischen im Geflecht von Welt/en verwebt und so Unbestimmtheiten einschreibt, die Ethiken des Unverfügbaren einfordern.

Bitte melden Sie sich / meldet Euch unter folgender Adresse für den Workshop an: queer-compostgmxde

Ab 17 Uhr findet AG Treffen statt. Ab ca. 18:30 Uhr besteht das Angebot eines Get-Togethers bei einem gemeinsamen Essen. Bitte fügt der Anmeldung einen kurzen Hinweis bei, wenn Ihr daran teilnehmen wollt. Wir reservieren dann Tische. Etwa einen Monat vor dem Workshop versenden wir zur Vorbereitung Texte, die wir gemeinsam diskutieren und kompostieren wollen.

Wann:

03. April 2020, 12.00 – 17.00