Gewalt gegen Frauen in der Schweiz – von hier aus, wohin?

Die UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung, die von der Schweiz unterstützt und vom Bundesrat als Priorität eingestuft wird, beinhaltet 17 „soustainable development goal“ (SDGs). Als fünftes SDG findet sich die Gleichstellung der Geschlechter, welches die Bekämpfung von Gewalt und schädlichen Praktiken gegen Frauen und Mädchen in die Agenda integriert. Auch in der Schweiz gehört Gewalt gegen Frauen zur Realität. Die Tagung fokussiert die Beseitigung aller Formen von Gewalt und schädlichen Praktiken gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich. Drei Themenbereiche werden prioritär behandelt:

  • Häusliche Gewalt (physisch, psychologisch, sexuell): Gemäss dem Bundesamt für Statistik starben im Jahr 2016 in der Schweiz 19 Menschen infolge häuslicher Gewalt – 95% dieser Personen waren weiblichen Geschlechts. Die Zahl der geschädigten Personen erhebt sich gar auf 10 040 ­– davon waren 73% Frauen.
  • Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung: die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel hält fest, dass 2009 bis 2014 in der Schweiz jährlich jeweils zwischen 45 und 78 Fälle von Menschenhandel sowie zwischen 69 und 148 Fälle von Förderung der Prostitution erfasst wurden – Straftaten, von denen mehrheitlich Frauen und Mädchen betroffen sind.
  • Zwangsheirat und Genitalverstümmelung: Laut einer Schätzung des Bundesamts für Migration wurden in der Schweiz 2009 bis 2010 zwischen 348 und 481 Frauen zwangsverheiratet, und gemäss Caritas Schweiz leben in der Schweiz etwa 14 700 Frauen und Mädchen, die aus Regionen kommen, in denen Mädchenbeschneidung praktiziert wird. Sie sind entweder schon betroffen oder direkt bedroht, diesem Ritual unterzogen zu werden.

Die Forderung nach einer soliden Politik und durchsetzbare Rechtsvorschriften zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und somit zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird dabei als transversale Leitfrage aufgenommen.

(Teilnahme kostenlos)

Mehr Informationen zu Programm und Anmeldung folgen zu gegebenem Zeitpunkt.

Wann:

15. Februar 2018, 13.30 – 17.30

Wo:

Université de Fribourg, Auditorium Joseph Deiss, PER 22, Bd de Pérolles 90, 1700 Fribourg

Disziplinen: