Neuerscheinung: Feeling Family - Affektive Paradoxien der Normalisierung von "Regenbogenfamilien" (Yv E. Nay)

Wie verändert sich die herrschende Auffassung von Familie, wenn neuerdings auch Lesben, Schwule und Trans* vermehrt Kinder haben? Wie wird gesellschaftspolitisch debattiert, wer sich als Familie auszeichnet? In dieser ethnografischen Studie zeichnet Yv E. Nay nach, wie die Figur der ‚Regenbogenfamilie‘ als Kristallisationspunkt für die Aufweichung von Normalitätsvorstellungen von Familie dient und gleichzeitig konstitutiv mit einer Verfestigung rassistischer, kulturalisierender und nationalistischer Normen zusammenhängt. Dabei werden die Forderungen nach rechtlicher Anerkennung, das Ideal des Familienglücks und die Stilisierung einer ‚demokratischen‘ und ‚fortschrittlichen‘ Nation untersucht. Die Analysen münden in eine affekt-theoretische Reformulierung des analytischen Begriffs ‚Heteronormativität’ als eine Sehnsucht nach Normalität und in einen Vorschlag für eine Konzeption queerfeministischer Politiken affektiver Paradoxien. 
 
Dr. phil. Yv E. Nay ist SNSF Postdoc Fellow an der London School of Economics and Political Science (LSE). Nay forscht derzeit an einem Projekt unter dem Titel Affective Activism, das gefühltes Erleben und emotionales Engagement in Trans*Communities untersucht. Im Buch Feeling Family (2017), einer Ethnografie über LGBT*Q-Familien, analysiert Nay affektive Paradoxien queerer Politiken. Dieses Buch wurde mit dem Brigitte-Schnegg Preis für Geschlechterforschung ausgezeichnet. Nay hat kürzlich in den Zeitschriften Sociologus und Femina Politica publiziert und die Anthologie Affekt und Geschlecht mit herausgegeben.

Publikationsdatum:

30. Januar 2018

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