Medienmitteilung BfS: Lohnungleichheit: 2016 verdienten Frauen 19,6% weniger als Männer

Medienmitteilung Bundesamt für Statistik, 31.1.2019        
         
Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 2016        
Lohnungleichheit: 2016 verdienten Frauen 19,6% weniger als Männer  
     

Nahezu zwei von drei Vollzeitstellen mit einem Bruttolohn von weniger als 4000 Franken pro Monat waren 2016 von Frauen besetzt. Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind zwischen 2012 und 2014 von 21,3% auf 19,5% stetig zurückgegangen. 2016 betrugen sie 19,6%. Gemäss den Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) sind 42,9% dieser Lohnunterschiede unerklärt.
Im privaten Sektor verdienten Frauen im Jahr 2016 durchschnittlich 19,6% weniger (arithmetisches Mittel) als ihre männlichen Kollegen (2014: 19,5%). Die Lohnunterschiede sind teilweise auf strukturelle Faktoren wie das Bildungsniveau, die Anzahl Dienstjahre oder die Ausübung einer Führungsfunktion zurückzuführen. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern grösser ausfällt, je höher die Kaderfunktion ist.
 
Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern variieren auch nach Wirtschaftszweigen stark. Im Gastgewerbe betrugen sie beispielsweise 8,3%, im Detailhandel 17,8%, in der Maschinenindustrie 23,0% und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 33,3%.
 
Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone, Gemeinden) lag der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 2016 durchschnittlich bei 16,7% (2014: 16,6%).
 
Ungleiche Verteilung der Frauen und Männer je nach Lohnklasse
 
2016 war die Mehrheit der Arbeitsstellen im privaten Sektor mit einem monatlichen Vollzeitbruttolohn von unter 4000 Franken von Frauen besetzt (62,7% gegenüber 64,1% im Jahr 2014). Die Stellen im oberen Segment der Lohnpyramide, d.h. mit einem Bruttolohn von mehr als 8000 Franken pro Monat, waren zu 71,8% von Männern und zu 28,2% von Frauen besetzt. Bei den Stellen mit einem Bruttolohn von über 16 000 Franken pro Monat belief sich der Frauenanteil lediglich auf 18,0% (2014: 15,2%) und der Männeranteil auf 82,0%.
 
Unerklärter Anteil der Lohnunterschiede variiert je nach Wirtschaftszweig
 
Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind teilweise auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, die gleichzeitig mit persönlichen Merkmalen (Alter, Ausbildung, Dienstjahre), mit den Merkmalen der im Unternehmen besetzten Stelle und mit dem ausgeübten Tätigkeitsbereich zusammenhängen. Der übrige Anteil der Lohnunterschiede bleibt unerklärt.

Im privaten Sektor wuchs der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 2016 auf 42,9% an; 2012 waren es noch 40,9% und 2014 betrug er 39,1%.
 
Der unerklärte Anteil entsprach 2016 durchschnittlich 657 Franken pro Monat, gegenüber 585 Franken im Jahr 2014, und variiert je nach Wirtschaftszweig stark. Im Gastgewerbe entsprach der unerklärte Anteil beispielsweise im Durchschnitt 327 Franken pro Monat (80,3%). Im Detailhandel waren es monatlich 702 Franken (65,4%), in der Maschinenindustrie 964 Franken (52,5%) und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 1297 Franken (30,6%).
 
Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) entsprach der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 34,8% (522 Fr. pro Monat), gegenüber 41,7% im Jahr 2014 und 38,8% im Jahr 2012.
 
Unerklärte Lohnunterschiede nach Unternehmensgrösse, beruflicher Stellung und Alter
 
In kleineren Unternehmen waren die unerklärten Anteile am Lohnunterschied am grössten. Sie lagen in Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten durchschnittlich bei 60,9%, während es bei den Unternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten 27,4% waren.
 
Mit steigender Hierarchiestufe wird der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern tendenziell geringer. Im oberen Kader belief er sich auf 50,9%, gegenüber 64,2% bei Beschäftigten ohne Kaderfunktion (41,8% im mittleren Kader).
 
Je älter die Arbeitnehmenden sind, desto geringer ist der unerklärte Anteil des Lohnunterschieds zwischen Frauen und Männern: Bei den Personen ab 50 Jahren belief er sich auf 36,6%, gegenüber 43,5% bei den 30- bis 49-Jährigen und 58,0% bei den Personen unter 30.

Publikationsdatum:

31. Januar 2019