Von „Diversity Management“ zu „Diversity & Inclusion?

Extended Deadline 31.03.2019!

Fachtagung und wissenschaftliches Vernetzungstreffen der Diversity-Forschenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 26.-27. August 2019 an der Universität St. Gallen

Einladung zur Beitragseinreichung

Genau zehn Jahre nach dem ersten Vernetzungstreffen, das wir im Jahr 2009 an der Universität St. Gallen zum Thema „Engendering Change“ durchführen durften, laden wir wiederum für ein Vernetzungstreffen der Diversity-Forschenden aus dem deutschsprachigen Raum nach St. Gallen ein!

Von „Diversity Management“ zu „Diversity & Inclusion?

War noch vor zehn Jahren vor allem von „Diversity Management“ die Rede, scheint heute „Diversity und Inclusion“ die neue Formel für den Umgang mit Differenz und Vielfalt in Institutionen und Unternehmen zu sein.
„Diversity“ als theoretischer Bezugsrahmen für die Beschäftigung mit Vielfalt lässt in seiner Definition noch kein zugrundeliegendes Verständnis über das „Wie“ des Umgangs mit Vielfalt und Differenz erkennen. Demzufolge kennt das „managen“ von Diversität viele Facetten. Diese reichen von einem rein quantitativen Verständnis, über einen rechtlichen Blick auf Antidiskriminierung, ökonomische Kosten- und Nutzenabwägungen, bis hin zu einem Fokus auf „Diversity“ als Lern- und Entwicklungsaspekt von Organisationen. „Inclusion“ gibt im Gegenzug bereits deutlicher die Richtung im Umgang mit Diversität vor. Mit „Inclusion“ werden laut Nkomo (2013) organisationale Kulturen auf ihre tief verankerten Grundannahmen und deren Aus- und Einschlussmechanismen hin überprüft. Handelt es sich hierbei um einen Paradigmenwechsel? Und wenn ja, was ändert sich, wenn sich Diversity Management „Inclusion“ zum Ziel setzt? Oder handelt es sich „nur“ um einen weiteren neuen Managementbegriff, der kaum wirkliche Veränderung mit sich bringt? Mit diesen Fragen möchten wir uns vertieft an der Tagung auseinandersetzen. Dies kann u.a. die folgenden Fragen beinhalten, aber auch selbstverständlich andere aufwerfen, sowie darüber hinaus gehen:

  • Was genau geschieht mit diesem Perspektivwechsel in Forschung und Praxis? Was wird unter „Inclusion“ verstanden? Wie wird sie beforscht?
  • Wie wird mit Intersektionalität umgegangen, d.h. welchen Stellenwert haben einzelne Diversitätskategorien, aber auch ihr Zusammenspiel?
  • Inwieweit werden Privilegien und damit Ein- und Ausschluss thematisiert und thematisierbar gemacht?
  • Wie wird das mögliche Spannungsverhältnis zwischen Antidiskriminierung und Business Case behandelt?
  • Inwieweit können mit Hilfe von „Diversity und Inclusion“ Fragen von Macht, Privilegien und Ungleichheit besser thematisiert werden?
  • Wie wird mit Widerständen und Mechanismen der Exklusion umgegangen?
  • Geht es hier um subjektive „Befindlichkeiten“ oder „objektive Fakten“? Oder beides? Wer entscheidet, wann Inclusion für wen erreicht worden ist?

Es können sowohl theoretisch-konzeptionelle Arbeiten, empirische Studien, als auch Beiträge mit methodisch/methodologischem Fokus eingereicht werden. Um einen inter- und transdisziplinären Diskurs über „Diversity“ und „Inclusion“ anzuregen, wünschen wir uns vielfältige Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen und Kontexten!

Einreichungsrichtlinien

Für die Tagung haben wir folgende Formate vorgesehen:

  1. Vortrag (20 Minuten) mit Diskussion (10 Minuten) in einer Gruppen-Session. Wir werden entlang des Tagungsthemas und entsprechend der Einreichungen thematische „Streams“ organisieren. Für die Vorträge bitte Abstracts mit ca. 1000 Wörtern Umfang einreichen.
  2. Poster-Präsentation; Gelegenheit zur Kurzpräsentation von bisher nicht verschriftlichten Forschungsideen und Projekten. Visuelle Darstellung der Idee; Diskussion in einer Poster-Session auf Grundlage von leitenden Fragestellungen. Für die Poster-Präsentation bitte eine kurze Skizze der Idee bzw. des Projekts sowie der geplanten Visualisierung einreichen.
  3. Doktorand*innenwerkstatt: Input durch erfahrene Wissenschafter*innen im Fachgebiet. Diskussion der eingereichten Forschungsbeiträge in Kleingruppen mit den Expert*innen. Für die Doktorand*innenwerkstatt bitte eine Beschreibung des Forschungsvorhabens (2-3 Seiten; Problemhintergrund, Forschungsfrage, theoretisches Framing, Methode) einreichen. Angenommene Doktorand*innen werden gebeten, bis zum 15. Juli 2019 einen 10 seitigen Beitrag einzureichen.

Deadline für die Einreichungen zu allen 3 Kategorien ist der 31.3.2019. Einreichungen bitte per Email-Attachment an das Organisatorinnenteam: diversitytagungunisgch. Die Entscheidung über die Annahme des Abstracts/der Skizze für das Netzwerktreffen erfolgt bis Mitte April 2019.

Call for Papers

Zum Tagungsthema können für die Ausgabe 2/2020 der Zeitschrift für Diversitätsforschung und -management (ZDfm) Beiträge zur Veröffentlichung eingereicht werden. Hierzu erfolgt ein gesonderter Call.

Organisatorinnen

Dr. Christa Binswanger; Prof. Dr. Julia Nentwich; Prof. Dr. Gudrun Sander; Dr. Gloria Warmuth

3. St. Galler Diversity & Inclusion Tagung

Im Anschluss an die Vernetzungstagung findet am 28. August 2019 die „3. St. Galler Diversity & Inclusion Tagung» statt. An diesem Tag steht der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Zentrum. Wir freuen uns, viele Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen zu beiden an unserer Universität stattfindenden Veranstaltungen begrüssen zu können! Mehr Informationen finden sich hier.

Publikationsdatum:

06. März 2019

Deadline:

31. März 2019

Institutionen:

Chancengleichheit und Diversity, Universität St. Gallen, Fachbereich Gender und Diversity, Universität St. Gallen, Universität St. Gallen, Kompetenzzentrum für Diversity & Inklusion, Universität St. Gallen