Mediale Konstruktionen und Repräsentationen des Fußballs

Die Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft versteht sich als interdisziplinäre Publikation für wissenschaftliche Beiträge, die den Fußball und seine Bezüge zum Alltag der Menschen und ihrer Gesellschaft theoretisch und/oder empirisch thematisieren. Willkommen sind Beiträge aus der Soziologie, Sozialpsychologie, Erziehungs-, Politik-, Kultur-, Medien-, Sozial- und Sportwissenschaft sowie der (Sport-)Ökonomie, die sich mit dem Fußball in seiner kulturellen und gesellschaftlichen Einbindung beschäftigen.

Die zweite Ausgabe fragt nach Zusammenhängen zwischen medialen Konstruktionen und Fußball. Das Milliardengeschäft Fußball ist nicht denkbar ohne Massenmedien: Medial breit verhandelte Spielertransfers bei europäischen Fußballvereinen in dreistelliger Millionenhöhe, Bundesliga und internationale Meisterschaften, für Milch, Deo und Rasiercreme posierende Fußballstars. Ebenso ist Fußball auch der Medien liebstes Kind: Die Sportseiten in Tageszeitungen sind dominiert von der Berichterstattung über Profifußball, Fußballspiele bringen Millionen von Zuschauer_innen vor Fernsehgeräte und öffentliche Leinwände. Rund um Fußball bilden Sport, Medien und Wirtschaft eine wirkmächtige Allianz. Journalistische Praxis bewegt sich dabei im Spannungsfeld von ‚ernsthaftem‘ Sportjournalismus über servile ‚Hofberichterstattung‘ bis hin zu investigativer Recherche und Aufdeckung von Skandalen – wie etwa der dubiosen Vergabe der WMAustragungsländer. Welche Rolle dabei mediale Konstruktionen und Repräsentationen spielen, ist Gegenstand dieses Hefts.

Dazu wünschen wir uns Beiträge aus dem Spektrum folgender Fragen:

Berichterstattung/mediale Diskurse: Was zeichnet die Berichterstattung zu Fußballevents, aber auch zu Akteur_innen wie Spieler_innen, Vereinen, Teams, Funktionär_innen und Zuschauer_innen und Fans aus? Was ist sagbar und worüber wird geschwiegen? Wie wird welche öffentliche Meinung gemacht? Wie wird dabei Geschlecht konstruiert? Journalistische Praxis. Wie arbeiten Journalist_innen in Zusammenhang mit Fußball? Welche Arbeitsbedingungen rahmen ihre Tätigkeiten? Welche Distanz bzw. Nähe pflegen sie zu Vereinen, Spieler_innen, Sponsor_innen, Fans, Zuschauer_innen? Unter welchen Zwängen stehen sie rechtlich, politisch, ökonomisch? Welche Rolle spielt dabei Geschlecht?
Soziale Medien und Öffentlichkeit: In welcher Weise ist die Öffentlichkeit in den medialen Diskurs integriert? Angesichts fallender Hemmschwellen in sozialen Medien wie facebook, twitter und Kommentarfunktionen zu medialen Berichten interessiert der Umgang und die Konstruktion von Beziehungen im und zum Fußball: „echte Liebe“ (BVB) bis hin zu Hass (gegenüber dem RB Leipzig) liefert ein breites Spektrum von Emotionen. Was fällt dabei auf, was verändert sich, was bleibt als Konstante festzuhalten?
Privatisierung: Welche Bedeutung spielt die zunehmende Privatisierung der Berichterstattung im Fernsehen hin zum Pay-TV? Bilden sich neue Öffentlichkeiten oder findet ein Ausschluss von Öffentlichkeit statt? Tut dies der Popularität von Fußball Abbruch? Welche Rolle spielen dabei die Vereine als Wirtschafts- vs. als sportliche Akteure?

Autor_innen sind herzlich eingeladen, sich an der Sozialwissenschaftlichen Erörterung dieses hier skizzierten Themas zu beteiligen. Erwünscht sind theoretische und/oder empirische Beiträge. Die Ausgabe erscheint im Spätsommer 2019.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Herausgeber*innen dieses Schwerpunkthefts: Prof. Dr. Nina Degele (Nina.Degelesoziologie.uni-freiburgde) und Prof. Dr. Jochem Kotthaus (jochem.kotthausfh-dortmundde).

Allgemeine Anfragen richten Sie bitte an: redaktion_fugbudrich-journalsde.

Publikationsdatum:

30. November 2017

Deadline:

15. Juni 2018