Legal Gender Studies in der Schweiz

F.Ius (Feministisch.Ius) organisiert gemeinsam mit cognitio - studentisches Forum für Recht und Gesellschaft eine Publikationsreihe zum Thema: Legal Gender Studies in der Schweiz
Anlass und Hintergrund der Publikationsreihe ist die im Herbstsemester 2020 an der Universität Zürich von F.Ius durchgeführte Vorlesungs- und Workshopreihe mit dem Titel «Legal Gender Studies: Entwicklungen in der Schweiz».

Die Erkenntnisse der Vorlesungs- und Workshopreihe haben gezeigt, dass in der Schweiz nach wie vor die Vorstellung dominiert, das Recht sei eine unbefangene und geschlechtslose Instanz. Nach dieser Ansicht regelt das Recht das gesellschaftliche Zusammenleben interessenneutral und ohne Benachteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen. Diverse Rechtsprobleme offenbaren sich jedoch erst aus der Perspektive der Legal Gender Studies. Diese ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Verständnis und der Konstruktion von Geschlechterkategorien sowie der kritischen Analyse von Machtverhältnissen im Recht. Dabei ist es unabdingbar, eine intersektionale Perspektive einzunehmen und die Erfahrungen der LGBTQIA+ Community und von PoC mitzuberücksichtigen.

Gemeinsam mit cognitio planen wir dieses Jahr eine Open Access-Publikationsreihe (CC BY-SA 4.0), um die verschiedenen Themen und Fragen der Legal Gender Studies öffentlich zugänglich und nachhaltig sichtbar zu machen.

Mögliche Formate und Themenvorschläge

Wir laden Studierende, Nachwuchsforschende, Professor*innen, sowie Praktiker*innen aus allen Disziplinen ein, an unserer Publikationsreihe mitzuwirken. Wir freuen uns insbesondere über Beiträge in folgenden Formaten:

  • juristische, philosophische, soziologische Aufsätze/Essays
  • kritische Urteilsbesprechungen
  • Verschriftlichung eines Interviews, Gesprächs oder Dialogs
  • Transkription eines Vortrages- oder Workshops der Legal Gender Studies-Reihe

Folgende Themenvorschläge können Sie bei der Suche nach einem passenden Beitrag
unterstützen:

  • Perspektivenerweiterung durch die Legal Gender Studies in den Rechtswissenschaften
  • Sichtbarkeit von (intersektionalen) LGBTQI+ Anliegen im Jus-Studium und/oder in den Rechtswissenschaften
  • PoC und Intersektionalität
  • Race und «White Feminism»
  • die Legal Gender Studies als Teil der Critical Legal Studies
  • die verschiedenen Gegenströmungen zu den Legal Gender Studies und dem Feminismus im Recht
  • Strategien der Sichtbarmachung von Diskriminierungen im Recht
  • post-kategoriales Antidiskriminierungsrecht
  • kritische Analyse der Geschlechtergleichheit im Vertrags-, Familien- und Sozialversicherungs- sowie Arbeitsrecht
  • das Gleichstellungsgesetz unter der Legal-Gender-Studies-Lupe
  • das Spannungsverhältnis zwischen der Geschlechtergleichheit und ausgewählten Grundrechten
  • Frauen*streik 2019 – Wie (un)gleichberechtigt sind Frauen wirklich?
  • 50 Jahre Frauen*stimmrecht – sind wir am Ziel angelangt? Rechtliche Aufarbeitung der Frauenbewegung(en) in der Schweiz
  • Geschlechteridentitäten im Recht
  • die Wichtigkeit von Genderperspektiven bei der Auslegung von Rechtsnormen durch Gerichte
  • Urteilsbesprechung zum BGer-Entscheid zur Mutterschaftsentschädigung (BGer, Urteil vom 22. Juli 2020, 9C-737/2019)
  • Urteilsbesprechung zum EGMR-Entscheid zur Witwerrente (Urteil B gegen Schweiz (Nr. 78630/12) vom 20. Oktober 2020)

Alle weiteren Infos finden sich im Anhang.

Publikationsdatum:

10. Februar 2021

Deadline:

31. März 2021

Institutionen:

F.Ius