Fußball und Politik

Die Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft versteht sich als interdisziplinäre Publikation für wissenschaftliche Beiträge, die den Fußball und seine Bezüge zum Alltag der Menschen und ihrer Gesellschaft theoretisch und/oder empirisch thematisieren. Willkommen sind Beiträge aus der Soziologie, Sozialpsychologie, Erziehungs-, Politik-, Kultur-, Medien-, Sozial- und Sportwissenschaft sowie der (Sport-)Ökonomie,
die sich mit dem Fußball in seiner kulturellen und gesellschaftlichen Einbindung beschäftigen.

Die erste Ausgabe des neu gegründeten Journals fragt nach den vielfältigen sport- und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen, die den Fußball, seine Akteur_innen und Organisationen kennzeichnen. Das Verhältnis von Fußball und Politik soll dabei als ein wechselseitiges betrachtet werden. So geht es nicht allein um die Frage, wie sich der Fußball im Kontext aktueller Sport- und Gesellschaftspolitiken entwickelt und verändert, sondern auch um die Bedeutung des Fußballs für politische Debatten jenseits des Sports. Fußball im gesellschaftlichen Kontext kann dabei sowohl in seiner Mikro- als auch Makropolitik betrachtet werden.

Beispielhaft können folgende Themen behandelt werden:

Sportpolitische Entscheidungsprozesse im Fußball. Damit Fußball gespielt werden kann, ob in lokalen Kleinvereinen, in nationalen Ligen oder auf internationalem Niveau, braucht es Organisationen, die die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und aushandeln. Wie aber gestalten sich sportpolitisch relevante Entscheidungsprozesse auf unterschiedlichen Ebenen des organisierten Fußballs? Wer ist in welchem Maße an diesen Prozessen beteiligt und wer nicht? Welche Kontinuitäten und welche Veränderungen lassen sich hier in Vereinen und Verbänden auf lokaler, nationaler und schließlich auch internationaler Ebene beobachten?
Gesellschaftspolitische Debatten und Fußball. Sportpolitische Entscheidungen sind nie losgelöst von dem gesellschaftspolitischen Kontext in dem sie getroffen werden. Vorgaben des Gesetzgebers sowie allgemein gesellschaftspolitische Debatten u.a. zu Fragen der Sicherheit, der Finanzierung von Sportstätten und der sozialen Inklusion, rahmen den Fußballsport und dessen Politiken. Wie werden gesellschaftspolitische Themen im Fußball verhandelt? Wie verändern sie den Sport und wie wirkt umgekehrt die Fußballpolitik auf die Politik in der Gesellschaft? Diese Fragen lassen sich aktuell vor allem mit Blick auf internationale Großveranstaltungen diskutieren. Wie werden z.B. Weltmeisterschaften in totalitären Staaten legitimiert und wie gehen internationale Verbände wie die FIFA oder UEFA mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, der Menschenrechte und Demokratie um?
Fußball als politische Einflussgröße. Besuche von Politiker*innen bei Weltmeisterschafts- und Ligaspielen sowie Debatten darüber, ob ein erfolgreiches Abschneiden des Nationalteams regierenden Parteien Rückenwind bei anstehenden Wahlen verschafft, zeigen, dass Fußball politisch relevant ist. Inwiefern bietet der Fußball eine Bühne für lokale und (inter-) nationale Politik? Welche politische Bedeutung wird dem Fußball und seinen Organisationen zugeschrieben (z.B. mit Blick auf soziale Integration)? Inwiefern ist der Fußball eine sozial- und wirtschaftspolitisch relevante Größe bzw. wird als solche betrachtet?

Autor_innen sind herzlich eingeladen, sich an der sozialwissenschaftlichen Erörterung dieses hier skizzierten Themas zu beteiligen. Erwünscht sind theoretische und/oder empirische Beiträge. Die Ausgabe erscheint im Frühjahr 2019.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Herausgeber*innen dieses Schwerpunkthefts: Karolin Heckemeyer (karolin.heckemeyerfhnwch) und Prof. Dr. Holger Schmidt (holger.schmidtfh-dortmundde).
Allgemeine Anfragen richten Sie bitte an: redaktion_fugbudrich-journalsde.

Publikationsdatum:

30. November 2017

Deadline:

15. März 2018