Das Netzwerk der Graduiertenkollegien Gender Studies Schweiz 2002-2005 bestand aus vier dezentralen Kollegien mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten:
- Universität Basel: "Wissenschaft - Geschlecht - Symbolische Ordnung"
- Universitäten Bern/Fribourg: "Geschlechterkulturen im Wandel"
- Universitäten Genf/Lausanne: "Genre, régulation sociale et mondialisation"
- Universität Zürich:"Wissensgesellschaft und Geschlechterbeziehungen"
Administrative Leitung des gesamtschweizerischen Netzwerks:
- Prof. Dr. Ursula Ackermann-Liebrich
Institut für Sozial- u. Präventivmedizin Uni Basel
- Prof. Dr. Andrea Maihofer
Zentrum Gender Studies Uni Basel
- Prof. Dr. Regina Wecker
Historisches Seminar Uni Basel
Koordination des gesamtschweizerischen Netzwerks:
- Dr. Brigitte Röder, Uni Basel
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Kolleg Basel:
Titel: Wissenschaft - Geschlecht - Symbolische Ordnung
Thema des Graduiertenkollegs waren Analysen von Wissenschaft und symbolischer Ordnung in ihrem konstitutiven Zusammenhang mit den jeweiligen Geschlechterverhältnissen.
Der Begriff der "Wissenschaft" stand hier für alle Aspekte, die mit dem "Wissen" in einer Gesellschaft zu tun haben. Er umfasste sowohl Wissensformen und -inhalte als auch Denkkategorien, sowie Wissenschaft als gesellschaftliche Institution oder auch als Lebensform. Da "Wissenschaft" in spezifischen gesellschaftlichen Zusammenhängen (ent)steht, spielen die Geschlechterverhältnisse und das "Wissen" von Geschlecht bei der Wissensproduktion und der Wissensweitergabe eine Rolle. Es wurden auch Fragen nach unterschiedlichen Wissensbeständen, Wissens- und Forschungskulturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Naturwissenschaften angesprochen.
Mit dem Begriff der "symbolischen Ordnung" ist die Annahme verbunden, dass in jeder Gesellschaft eine symbolische Ordnung existiert. Sie ist gleichsam die Grammatik des Bedeutens und der Bedeutsamkeit, die den Dingen in einer Gesellschaft zugeschrieben werden. Zur symbolischen Ordnung gehören nicht nur bestimmte Ideen oder Begriffe, sondern auch bestimmte gesellschaftliche Institutionen, soziale Mechanismen, vorherrschende Körperpraxen, Gefühle oder alltägliche Lebensformen, etc.
Es wurde davon ausgegangen, dass Geschlecht und die Geschlechterverhältnisse nichts einfach Natur-gegebenes, sondern in erster Linie gesellschaftliche Phänomene sind - kurz, eine "soziale Konstruktion". Wissenschaft und symbolische Ordnung werden in dieser Perspektive zu 'Orten', in denen die jeweilige Geschlechterordnung bzw. die jeweiligen Vorstellungen von Geschlecht, von "Weiblichkeit und "Männlichkeit" konstruiert und reproduziert, derzeit möglicherweise auch verändert werden.
Leitung:
Das Graduiertenkolleg Basel war am Zentrum Gender Studies angesiedelt und wurde von Prof. Dr. Andrea Maihofer geleitet.
Die TrägerInnenschaft des Graduiertenkollegs setzte sich aus ProfessorInnen verschiedener Fachrichtungen zusammen:
Prof. Dr. Ursula Ackermann-Liebrich (Sozial- und Präventivmedizin)
Prof. Dr. Susanna Burghartz (Geschichte)
Prof. Dr. Dieter Buergin (Kinder- und Jugendpsychiatrie)
Prof. Dr. Annelies Häcki Buhofer (Deutsche Sprachwissenschaft)
Prof. Dr. Ueli Maeder (Soziologie)
Prof. Dr. Andrea Maihofer (Gender Studies)
Prof. Dr. Cordula Nitsch (Anatomie)
Prof. Dr. Claudia Opitz (Geschichte)
Prof. Dr. Sabine Maasen (Wissenschaftssoziologie)
Prof. Dr. Ingeborg Schwenzer (Privatrecht)
Prof. Dr. Regina Wecker (Frauen- und Geschlechtergeschichte)
Dr. Elisabeth Zemp (Sozial- und Präventivmedizin)
Koordination: Dominique Grisard
KollegiatInnen:
Am Basler Graduiertenkolleg I nahmen siebzehn DoktorandInnen und eine Habilitandin teil. Die Fragestellung ihrer Projekte war disziplinär oder interdisziplinär angelegt und unter anderem in Geschichte, Germanistik, Medizin, Jurisprudenz, Philosophie, Betriebswirtschaftslehre oder Neuropsychologie angesiedelt. In allen eingereichten Projekten war "Geschlecht" die zentrale Analysekategorie.
Teilnehmende Graduiertenkolleg I Basel:
Bleskie Bisaz Martina
Brüllmann Cornelia Hannah
Cottier Michelle
Farahmand Patricia
Grisard Dominique
Hess Silvia
Imboden Gabriela
Kaiser Anelis Carolina
Kälin Nicole
Mader Rachel
Mateos Inés
Merten Sonja
Meyer Stephan
Schwärzler Patricia
Schweizer Nicole
Weber Jacqueline
Wenk Barbara
Wiedmer Caroline
Die Abstracts zu den einzelnen Dissertationsprojekten finden Sie in der Projektdatenbank 2002-2005.
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Kolleg Bern/Fribourg:
Inhalt: Shifting Gender Cultures / Geschlechterkulturen im Wandel
Das Graduiertenkolleg der Universitäten Bern und Freiburg war sozial- und kulturwissenschaftlich ausgerichtet und fokussierte den gesellschaftlichen Wandel der Geschlechterkulturen. Im Zentrum des Interesses standen Veränderungen und Kontinuitäten der sozialen, kulturellen und rechtlichen Dimensionen von Geschlechterordnungen. Es sollten Dynamiken ebenso wie Persistenzen in den Geschlechterverhältnissen in unterschiedlichen zeitlichen, geographischen, kulturellen und rechtlichen Räumen untersucht und thematisiert werden.
Das Kolleg Bern/Freiburg befasste sich insbesondere mit dem Wandel und dem Beharren von Figurationen der Geschlechterordnung im Rahmen des sich verändernden Verhältnisses von "privat" und "öffentlich" und einer zunehmend medial geprägten und inszenierten Öffentlichkeit, im Kontext von sich verändernden Rechtskulturen, von (sozial-)staatlichen Normierungen, von Globalisierung, ökonomischer Deregulierung und inter- und transnationaler Migration.
Auf einer reflexiven Ebene wurde zudem nach den Formationen und Transformationen der Kategorie Geschlecht in unterschiedlichen Wissenskulturen gefragt. Dazu gehörte die Rezeption aktueller Geschlechtertheorien ebenso wie die kritische Reflexion disziplinärer Arrangements und epistemischer Kulturen sowie des Stellenwerts der Kategorie Gender als Voraussetzung für eine produktive Interdisziplinarität.
Koordination
Die Koordination des Graduiertenkollegs erfolgte durch das Interdisziplinäre Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bern, Dr. Christa Binswanger, die Projektleitung lag bei Dr. Brigitte Schnegg.
Kontaktperson in Freiburg war Brigitte Kürsteiner, Dienststelle für die Gleichstellung von Frau und Mann der Universität Freiburg.
Leitung
Das Graduiertenkolleg Bern/Freiburg war am Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IZFG) der Universität Bern angesiedelt.
Die TrägerInnenschaft / akademische Leitung des Graduiertenkollegs setzte sich aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen:
Prof. Dr. Louis Bosshart, Freiburg, Medienwissenschaften
Dr. Catherine Bosshart, Freiburg, Geschichte
Prof. Dr. Susan Emmenegger, Freiburg, Rechtswissenschaften
Prof. Dr. Claudia Honegger, Bern, Soziologie
Prof. Dr. Alexandra Rumo-Jungo, Freiburg, Rechtswissenschaften
Prof. Dr. Brigitte Studer, Bern, Geschichte
Prof. Dr. Doris Wastl-Walter, Bern, Geographie
KollegiatInnen
Am Berner/Freiburger Graduiertenkolleg I nahmen 13 DoktorandInnen teil. Die Dissertationsprojekte waren sozial- und / oder kulturwissenschaftlich ausgerichtet und in den Disziplinen Ethnologie, Geographie, Geschichte, Soziologie, Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Politologie angesiedelt. Die Verknüpfung von disziplinären und interdisziplinären Forschungshorizonten gehörte wesentlich mit zu den "axes de réfléxion" des Graduiertenkollegs.
Teilnehmende Graduiertenkolleg I Bern/Freiburg:
Bally Anna Maria
Bieri Sabin
Büchi Silvia
Fredrich Bettina
Gysin Nicole
Häberlein Jana
Imdorf Christian
Krause Selina
Michel Claudia
Michel Christine
Richter Marina
Soom Eva
Stalder Birgit
Die Abstracts zu den einzelnen Dissertationsprojekten finden Sie in der Projektdatenbank 2002-2005.
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Ecoles doctorale I Genève/Lausanne
Description: Genre, régulation sociale et mondialisation
Ce projet lémanique était issu d'une collaboration entre les Universités de Genève et de Lausanne. Il était placé sous la responsabilité des professeures Thanh-Huyen Ballmer-Cao (Genève) et Sylvie Durrer (Lausanne). Sa coordinatrice était la Dr. Lorena Parini (Université de Genève).
Le projet couvrait un champ relativement vaste et se structurait autour de deux processus, à savoir la régulation sociale et la mondialisation.
Les mécanismes de régulation formels (politiques sociales de l'Etat par exemple) ou informels (réseaux citoyens) structurent l'ensemble des secteurs de la vie sociale, politique et économique, dans leur dimension publique et privée (éducation, emploi, santé, sexualité, reproduction, etc.). Ces mécanismes sont accompagnés, soutenus et/ou interrogés par tout un dispositif communicationnel, constitué des discours politiques, philosophiques, littéraires, scolaires, journalistiques, publicitaires, etc.
Les processus de régulation impliquent à la fois la construction, la pratique et la réitération, réelle et fictionnelle, des rapports sociaux entre hommes et femmes.
Par ailleurs, la régulation n'a pas seulement lieu à l'intérieur des espaces locaux ou nationaux. Par l'existence des agences internationales, qu'elles soient gouvernementales ou non, par le truchement des moyens de communication, la régulation tend également à se mondialiser et à s'exposer de ce fait à des mécanismes complexes de convergence et de différenciation, qui font actuellement l'objet de réflexion au niveau international.
Au sein des processus de régulation et de mondialisation, le savoir et sa diffusion occupent une place importante. A l'Etat régulateur par exemple, le savoir expert sert de guide de décision, de moyen de consensus et d'instrument de légitimité. A leur tour, les citoyennes et citoyens s'approprient ce savoir expert, reconfiguré le plus souvent par un ensemble de discours. L'appropriation citoyenne tend à transformer les savoirs qui deviennent opérationnels au niveau quotidien. A travers sa reconstruction médiatique et sa diffusion, le savoir dynamise à son tour la mondialisation, où il est objet d'apprentissage, d'innovation, et d'égalisation ; par ailleurs, il entre dans des rapports de collaboration, de concurrence et de domination.
Le projet lémanique souhaitait apporter aux thèses de doctorat élaborées dans son cadre un soutien conceptuel et méthodologique, que ce fût dans le domaine qualitatif, quantitatif ou comparatif. En outre, il était pensé comme pluridisciplinaire, comme lieu de rencontres, notamment des sciences sociales et humaines ; les personnes impliquées dans la recherche, les enseignant-e-s et doctorant-e-s, qu'elles ou ils fussent économistes, historien-ne-s, juristes, linguistes, politologues, sociologues, spécialistes en communication ou en littérature, etc., y trouvaient un lieu dynamisant d'acquisition de compétences et de construction de savoirs. Parallèlement, l'école lémanique offrait un programme plus souple à un nombre restreint de doctorant-e-s professionnellement engagé-e-s en dehors de l'université.
Des liens étroits existaient avec le Diplôme d'Etudes Approfondies (DEA) lémanique en Etudes Genres à Genève, le Laboratoire Interuniversitaire en Etudes Genre (LIEGE) à Lausanne et le programme d'Egalité des chances de la Conférence Universitaire Suisse (CUS).
Direction
Ce projet lémanique était issu d'une collaboration entre les Universités de Genève et de Lausanne. Il était placé sous la responsabilité des professeures Thanh-Huyen Ballmer-Cao (Genève) et Sylvie Durrer (Lausanne). Sa coordinatrice était la Dr. Lorena Parini (Université de Genève).
Doctorant-e-s
L'école doctorale de Genève / Lausanne comptait 13 doctorant-e-s.
Participant-e-s Ecoles doctorales I Genève/Lausanne:
Alvarez Elvita
Bachmann Laurence
Desponds Séverine
Engeli Isabelle
Földhazi Agi
Hasdeu Iulia
Kunz Rahel
Lachat Stéphanie
Nodjilelem Lucie
Pahud Stéphanie
Perrin Céline
Roca Marta
Scheller Andrea
Sulstarova Brikela
Udasmoro Wening
Walter Sandra
Plus d'informations: banque de donnée des projets 2002-2005.
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Kolleg Zürich
Inhalt: Wissensgesellschaft und Geschlechterbeziehungen
Das interdisziplinäre Zürcher Kolleg unterstützte und förderte präzise, umsetzbare Dissertations- oder vergleichbare Forschungsprojekte, welche Themen aus dem Spannungsfeld der modernen Wissensgesellschaft aufgreifen und untersuchen. Zwei Dimensionen sollten speziell berücksichtigt werden: Zum einen ging es um Forschungsfelder, in denen sich der Zusammenhang zwischen Wissensgesellschaft und Geschlechterordnung exemplarisch untersuchen liess, wie z.B. in Unternehmen, Institutionen, der "Arbeitswelt” allgemein oder der Medizin im speziellen. Zum andern sollte die Pluralisierung und Heterogenisierung der Wissenschaftskulturen im Hinblick auf die Frage untersucht werden, wie ”männlich” oder "weiblich” definiert werden.
Evolutionsbiologie, Zoologie und Genetik haben inzwischen neue Erzählformen und Sprachspiele entwickelt, welche die tradierten Vorstellungen der zwei Geschlechter ebenso bestätigen wie kritisieren. Die Sozial- und Geisteswissenschaften haben sich der Herausforderung dieser naturwissenschaftlichen Repräsentationsformen von Gender bisher kaum gestellt. Hingegen ist deutlich geworden, dass die massenmediale Resonanz auf die neuen Bilder und Narrative enorm ist: es bilden sich naturwissenschaftlich fundierte Mythen über "Paare”, "Liebe”, "Partnerschaft” und "Geschlechterkonkurrenz” heraus, die wiederum einer geistes- und kulturwissenschaftlichen Reflexion bedürfen, um in ihrer Entfaltung und Wirkung verstanden zu werden. Durch die Beschäftigung mit solchen Themen könnte sich das disziplinäre Selbstverständnis in beiden Wissenschaftskulturen verändern. Mit unserem Graduiertenkolleg sollten die intellektuellen Chancen, die in diesem Vorgang angelegt sind, in einem gemeinsamen, fächerübergreifenden Lernprozess ausgeschöpft werden.
TrägerInnen
BUDDEBERG Claus, Prof. Dr. med.
Abteilung für Psychosoziale Medizin, Universitätsspital Zürich, Haldenbachstr. 18 , 8091 Zürich,
BUDDEBERG-FISCHER Barbara, Prof. Dr. med.
Abteilung für Psychosoziale Medizin, Universitätsspital Zürich, Haldenbachstr. 18 , 8091 Zürich,
DE JONG Willemijin, PD Dr. phil.
Ethnologisches Seminar, Freiensteinstr. 5, 8032 Zürich,
KÖNIG Barbara, Prof. Dr. rer. nat.
Zoologisches Institut, Verhaltensbiologie, Winterthurerstr. 190, 8057 Zürich,
NAUMANN Barbara, Prof. Dr. phil.
Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich,
OSTERLOH Margit, Prof. Dr. rer. pol.
Institut für betriebswirtschaftliche Forschung, Plattenstr. 14, 8032 Zürich,
TANNER Jakob, Prof. Dr. phil.
Forschungsstelle für Schweizerische Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Rämistr. 64, 8001 Zürich,
Akademische Verantwortung
Prof. Dr. Barbara BUDDEBERG-Fischer
Prof. Dr. Barbara KÖNIG
Prof. Dr. Margit OSTERLOH
Prof. Dr. Jakob TANNER
Am Graduiertenkolleg Zürich nahmen 13 DoktorandInnen teil. Die Dissertationsprojekte waren sozial- und / oder kulturwissenschaftlich ausgerichtet und in den Disziplinen Ethnologie, Geographie, Geschichte, Soziologie, Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Politologie angesiedelt. Die Verknüpfung von disziplinären und interdisziplinären Forschungshorizonten gehörte wesentlich mit zu den ‚axes de réfléxion’ des Graduiertenkollegs.
Teilnehmende Graduiertenkolleg I Zürich:
Berweger Simone
Folini Elena
Herzig Pascale
Kelan Elisabeth
Ratmoko Christina
Safi Kamran
Saxer Sibylle
Die Abstracts zu den einzelnen Dissertationsprojekten finden Sie in der Projektdatenbank 2002-2005.
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Gesamtschweizer Veranstaltungen
New Perspectives in Gender Studies, International Conference
in Basle on 3 and 4 March 2005
Programme (Pdf)
Programme of the Panel Sessions (Pdf)
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